Mutmaßlicher Islamist jagt beim Bombenbau seinen Küchenmixer in die Luft

Freitag, 08.05.2015 BJ

Der Frankfurter Student hatte scheinbar Großes vor: Nachdem er sich aus dem Internet eine Anleitung zum Bombenbau heruntergeladen hatte, begann er mit der Besorgung der „Zutaten“. Ein paar Wochen später setzte er schließlich seinen Plan in die Tat um und versuchte, die Bombe zusammenzusetzen.

Die Umsetzung lief jedoch alles andere als nach Plan: Die Anleitung des Studenten sah offenbar vor, dass er Leuchtkugeln aus Feuerwerkskörpern zusammen mit Schwarzpulver in Verbindung mit dem Abrieb von Streichhölzern zerkleinern müsse. Als er versuchte, die Mischung anschließend in seinem Mixer zu zerkleinern, flog ihm der Aufbau um die Ohren.

Sünden bestraft der liebe Gott sofort…

Durch die Detonation erlitt der deutsch-afghanische Student schwerste Verbrennungen, und das Landgericht Frankfurt verurteilte den jungen Mann darauf zu drei Jahren Haft.

…und Strafe lässt noch auf sich warten, ist aber sicher

Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof nun wieder auf, da nochmals „geprüft werden müsse, ob der Student auch wirklich zu einem späteren Bombenanschlag fest entschlossen gewesen war“. Sollte dies nämlich nicht der Fall gewesen sein, wäre er nicht wegen der Vorbereitung eines Attentats, sondern „nur“ wegen der fahrlässigen Herbeiführung einer Explosion zu verurteilen. So oder so, straffrei geht er also nicht aus. Das Verfahren muss aber nochmals aufgerollt werden. Umständlich, aber juristisch korrekt.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof Urt. v. 08.05.2014, Az. 3 StR 243/13

§§ 89 a, 308, 310 StGB

Rohrbombe

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