Illegale Autorennen: Raser erwarten höhere Strafen

Donnerstag, 17.08.2017

Die Teilnahme an illegalen Autorennen wird künftig deutlich härter bestraft. Das neue Gesetz, das jetzt den Bundestag passiert hat, sieht Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren und den Verlust der Fahrerlaubnis vor. Möglich ist dies, weil die Rennteilnahme künftig als Straftat gewertet wird.

Der bisherigen Rechtslage zufolge galt die Teilnahme an illegalen Rennen als Ordnungswidrigkeit. Die Strafen waren damit auf Geldstrafen beschränkt, zumindest solange kein Unfall mit Sach- oder Personenschaden passierte.

Härtere Strafen gegen Raser

Mit dem neuen Gesetz soll dem hohen Gefährdungspotential durch das Rasen besser Rechnung getragen werden. Das Gesetz beschränkt sich daher nicht auf die Teilnahme an illegalen Rennen. Es kann generell auf Raser angewendet werden, die mit ihrem Fahrverhalten Dritte gefährden, also Tempolimits „erheblich, grob verkehrswidrig oder rücksichtslos überschreiten“.

Bei allgemeinen Geschwindigkeitsüberschreitungen findet das Gesetz dagegen keine Anwendung. Hier handelt es sich nach wie vor um eine Ordnungswidrigkeit.

Abgestuftes Strafmaß   

Im neuen Gesetz wird zwischen mehreren Delikten unterschieden, wobei jeweils ein unterschiedliches Strafmaß gilt. Die reine Teilnahme an illegalen Autorennen wird demnach mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet. Bei einer Gefährdung von „Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremden Sachen von bedeutendem Wert“ steigt das mögliche Strafmaß auf bis zu fünf Jahre. Im Falle eines Unfalls mit Todesfolge oder einer schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung sind bis zu zehn Jahre Haft vorgesehen. Das Mindeststrafmaß liegt bei einem Jahr. 

Illegale Rennen verhindern

Der neuen Gesetzgebung waren mehrere schwere Unfälle bei illegalen Straßenrennen vorausgegangen. So wurde im Juni in Mönchengladbach ein unbeteiligter junger Mann getötet, als sich drei Männer ein illegales Rennen durch die Stadt lieferten. Die Polizei erklärte im Anschluss, die  Tat werde von den Ermittlern als Mord gewertet. In Berlin waren bereits im März zwei Raser zu lebenslanger Haft verurteilt worden, nachdem sie einen tödlichen Unfall verursacht hatten.

Beschädigte Autos nach Unfall

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