Wann Fremdgehen ein Vermögen kostet

Freitag, 15.05.2015 PK

Dass Ehen nicht immer halten, ist nicht neu. Und auch nicht, dass manche mal eine Auszeit von der Ehe brauchen und sich vorübergehend einem anderen Partner zuwenden. Neu sind aber die Konsequenzen. Denn ausgerechnet mit der Hausratversicherung kann es mächtig Ärger geben…

Mag jeder darüber denken, wie er will, ob das nun moralisch verwerflich war: Ein Bremer Ehemann fühlte sich zu einer anderen Frau hingezogen und besorgte sich eine kleine Wohnung als Liebesnest, wo er sich regelmäßig mit der anderen traf. Das blieb seiner Ehefrau nicht verborgen, die ihn daraufhin aus der gemeinsamen Wohnung aussperrte, die Schlösser austauschen ließ und ihm die Koffer vor die Tür stellte. Rosenkrieg hoch drei! Der Mann revanchierte sich, indem er die Hausratversicherung für die Ehewohnung kündigte und auf die neue Bleibe übertragen ließ.

Ein Einbruch bestimmt das Schicksal

Zunächst einmal kein großes Problem. Denn die Hausratversicherung deckt bei einem Umzug für die Dauer von drei Monaten Schäden in beiden Wohnungen. Dummerweise waren aber diese drei Monate abgelaufen, als in die Wohnung seiner Noch-Ehefrau eingebrochen wurde. Sämtlicher Schmuck war weg.

Warum Reue manchmal nicht hilft

Als der Mann schließlich reumütig zu seiner Gattin zurückkehrte, wartete die bereits mit einer kostspieligen Überraschung auf ihn: Da die Hausratversicherung den Verlust nicht beglichen hatte, sollte der Mann seiner Frau jetzt den Gegenwert des Schmucks - immerhin 25.000 Euro - ersetzen.

25.000 Euro für einen Seitensprung

Und selbst wenn die Frau ihrem untreuen Ehemann den Seitensprung verziehen hatte, landete der Fall vor Gericht. Das Urteil: Der Mann muss ihr die 25.000 Euro zahlen. Ein ziemlich teurer Seitensprung. Ob die beiden nach dieser Gerichtsverhandlung weiter zusammengeblieben sind, ist nicht überliefert.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Hanseatisches OLG in Bremen: 4 UF 40/14

Dieb

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