Die zehn wichtigsten Hartz IV-Urteile: 2. Benehmen im Jobcenter - Wer pöbelt, muss draußen bleiben

Mittwoch, 17.02.2016 DOD

Wer sich im Jobcenter nicht benehmen kann und herumpöbelt, muss mit einem Hausverbot rechnen: Das Sozialgericht Heilbronn hat jetzt der Arbeitsbehörde Recht gegeben, die eine Hartz IV-Empfängerin aus Neckarsulm für knapp zwei Monate aussperrte….

Der Fall: Die 30-Jährige erschien ohne vorherige Terminabsprache beim Jobcenter des Landkreises Heilbronn. Dort verlangte sie von dem Angestellten, ihr sofort die bewilligten Sozialleistungen in bar auszuzahlen. Die Frau wurde darauf gebeten, einen Moment draußen zu warten.

Hausverbot

Doch das widerstrebte der Hartz IV-Empfängerin und sie wurde ziemlich ungehalten. Zu einem Sicherheitsmann rief sie unter anderem: „Was möchtest du, du Möchtegernglatzkopf?“. Daraufhin bekam die Frau ein zeitlich befristetes Hausverbot, was sie allerdings nicht akzeptieren wollte.

Schwierige Kunden sind nicht selten

Behörden wie das Jobcenter haben es immer wieder einmal mit schwierigen Kunden zu tun“, erklärte das Sozialgericht Heilbronn. Doch es gebe Grenzen: Durch ihr rücksichtsloses Auftreten habe die 30-Jährige den Dienstablauf und den Hausfrieden gestört. Daher müsse sie nun mit den Konsequenzen leben.

Fragen nur noch am Telefon

Das Hausverbot soll eine Warnung sein, denn derartige Ausfälle werden im Jobcenter nicht geduldet. Die Frau darf das Gebäude die nächsten zwei Monate nicht betreten. Doch wenn sie Fragen an ihren Sachbearbeiter hat, kann sie jederzeit zum Telefon greifen. Das hat ihr das Gericht nicht untersagt.

 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Sozialgericht Heilbronn Urteil vom 19. November 2014, Aktenzeichen: S 10 AS 3793/14

Frau in Büro

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