Glossips Hinrichtung erneut aufgeschoben, weil das Gift nichts taugt

Donnerstag, 01.10.2015 PK

Eigentlich sollte Richard Glossip seit gestern Nachmittag, 15 Uhr Ortszeit, schon gar nicht mehr leben. Und bis zuletzt bestand durchaus Hoffnung, dass sich der öffentliche Einsatz der US-Schauspielerin Susan Sarandon gegen die Todesstrafe für Glossip auszahlt. Daraus wurde leider nichts. Doch der Delinquent lebt trotzdem noch...

Susan Sarandon („Susan Sarandon kämpft um das Leben eines Todeskandidaten“) und zuletzt sogar der Papst hatten nachdrücklich gefordert, die Todesstrafe für Richard Glossip in eine lebenslängliche Haft umzuwandeln. Amerikas höchster Gerichtshof aber lehnte es ab, die im Prozess vorgelegten - zweifelhaften - Beweise nochmals zu prüfen. Doch wenige Minuten vor der geplanten Hinrichtung stoppte Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin trotzdem die Vollstreckung des Urteils. 

Giftsorte entspricht nicht den Vorschriften

Der Grund: Als eines von drei Giftkomponenten sollte nämlich eine Substanz namens Kaliumacetat verwendet werden. Und dieses entspricht womöglich nicht den amerikanischen Gesetzen. Bis zum 6. November 2015 soll nun geklärt werden, ob dieses Gift verwendet werden darf. Für Glossip eine letzte Frist. Denn ein anderes Hinrichtungs-Gift namens Midazolam führte im April 2015 zu einem unmenschlich quälendem Todeskampf: der verurteilte Mörder und Vergewaltiger Clayton Lockett wand sich 43 Minuten lang in Schmerzen, bevor er starb. Richard Glossip, womöglich zu Unrecht verurteilt, sagte kürzlich selbst in einem Interview: „Ich habe keine Angst vor dem Tod.“ Vor dem Tod vielleicht nicht. Aber ganz sicher vor der Methode, auf derart bestialische Weise ums Leben gebracht zu werden...

Demonstration gegen Todesstrafe

Weitere Artikel

Kommentare