Wer nach einem Verkehrsunfall trinkt, hat schlechte Karten

Donnerstag, 31.12.2015 PK

Dass Alkohol am Steuer ein absolutes „No-Go“ ist, muss wohl kaum noch erörtert werden. Doch selbst wer sich daran hält, aber nach einem Verkehrsunfall erst einmal den Schock herunterspült, muss mit harten Konsequenzen rechnen…

So erging es einem Frankfurter, dem der Schreck gehörig in den Gliedern saß: Er war nachts gegen einen abgestellten Anhänger gefahren und hatte später von zu Hause aus die Polizei verständigt. Bis zu deren Eintreffen gönnte er sich einen ordentlichen Schluck zur Beruhigung. Kurze Zeit später klingelte die Polizei, um noch die Details zum Unfallhergang zu klären – und natürlich bemerkten die Beamten den Alkoholgeruch.

Eine unglaubwürdige Ausrede

In solchen Fällen liegt für die Polizei immer der Verdacht nahe, der Autofahrer habe bereits vor Fahrtantritt getrunken. So auch hier: Ein freiwilliger Test des Atemalkohols ergab 1,84 Promille. Die Behauptung, er habe erst nach Eintreffen an seiner Wohnanschrift zur Flasche gegriffen, war bei dem festgestellten Pegel unglaubwürdig. Ist es allerdings auch schon bei sehr viel weniger!

Die Wahrheit spielt hier keine Rolle

Selbst die wahrheitsgemäße Angabe des sogenannten „Nachtrunks“ bringt generell den Verdacht mit sich, dass der Betroffene die Ermittlung seiner Blutalkoholkonzentration zum Unfallzeitpunkt verschleiern will. Durchaus möglich, dass die Polizei einem glaubt, aber die eigene Vollkasko-Versicherung nicht: Die zahlt nämlich den Schaden am eigenen Wagen nicht, wenn sie von einer Alkoholfahrt ausgeht! Der Frankfurter Autofahrer musste genau das erfahren: Er klagte gegen seine Versicherung – und verlor vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main. Der „Nachtrunk“, so die Richter, sei eine sogenannte „Obliegenheitsverletzung“, die die Versicherung von ihrer Leistungspflicht entbinde.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Frankfurt/Main - 3 U 66/13

Zerbrechende Flasche

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