Schon wieder wurde ein Baby brutal misshandelt – Hört denn das niemals auf?

Samstag, 15.11.2014 PK

Alkohol, Nikotin und Desinfektionsmittel: Weil er seiner zwölf Monate alten Tochter diesen Gift-Cocktail eingeflößt haben soll, ist ein Vater wegen versuchten Mordes angeklagt. Ob es zum Prozess kommt, ist aber noch nicht sicher. Im Gegensatz zum Vater der kleinen Leonie („Erziehungsmaßnahme“: Vater tötet 2-Jährige unter der kochend heißen Dusche) sitzt der Mann aber immerhin in Untersuchungshaft. Ein unfassbarer Einzelfall?

Wenn Sie es nicht mehr hören können oder wollen, lesen Sie jetzt nicht mehr weiter. Aber allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr laut Kriminalstatistik 153 Kinder zu Tode misshandelt. Ja, Sie haben richtig gerechnet: Jede Woche sterben drei Kinder durch Gewalt oder Vernachlässigung. Und die Täter kommen oft mit milden Strafen davon. Aber auch wenn die Strafen härter ausfallen - nützen tut´s offensichtlich nichts:

Ein Anruf hätte genügt, um die Kleine zu retten

So auch der Fall der kleinen Zoe aus Berlin: Der Stiefvater schlug der Zweijährigen derart brutal in den Bauch, dass sie drei Tage später starb. Zwölf Jahre Gefängnis für den Täter, acht Jahre für die Mutter, die, um die Entdeckung der Misshandlung zu verhindern, nicht mit dem Kind zum Arzt gegangen ist. Dabei hätte ein Anruf bei der Feuerwehr genügt, und Zoe wäre noch am Leben.

Das Jugendamt schaut weg

Überhaupt nicht zu verstehen ist die Tatsache, dass diese Familie dem Jugendamt bereits von Nachbarn gemeldet worden war. Aber, so äußerte sich die Leiterin des Amtes nach dem Tod des Mädchens: „Eine Kindswohlgefährdung musste zu keinem Zeitpunkt befürchtet werden.“ Was für eine anmaßende Fehleinschätzung.

Und auch sonst mischt sich niemand ein

Ebenfalls nicht zu verstehen ist, warum sich niemand einmischt, wenn Kinder von wem auch immer verprügelt werden. So wie am Donnerstag in Hamburg in der Buslinie 130 (Polizeimeldung POL-HH: 141113-4): Eine junge Mutter trat und schlug mehrfach nach ihrem Kind – und niemand ging dazwischen.

Hat denn keiner Mitgefühl?

Brauchen wir härtere Gesetze? Nein, wir brauchen mehr Interesse füreinander, mehr Mitgefühl mit den Opfern. Und mehr Mut. Vielleicht wird der ja geweckt durch diese kleine Geschichte, die wir im Internet gefunden haben: 

Ein Kind sagt zu seiner Mama: „Mama, ich habe Dein Bettlaken mit Lippenstift angemalt.“ Rasend vor Wut verprügelt die Frau ihr Kind. Bis es bewusstlos wird. In Tränen aufgelöst fleht die Mutter, das Kind möge seine Augen aufmachen. Doch zu spät. Sein kleines Herz hat aufgehört zu schlagen. Leblos liegt es auf dem Bettlaken, auf dem mit Lippenstift geschrieben steht: „Ich hab dich lieb, Mama.“

Teddy am Fenster

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