Bringt unser Gesundheits-System Menschen um? Ein Nachruf auf Robert Henke

Dienstag, 17.03.2015 PK

Am vergangenen Wochenende verstarb Robert Henke. Der 75-Jährige, dem 28 Hausärzte nicht helfen wollten, erlag seinem schweren Leiden in einer Lichtenberger Klinik.

Advopedia hat über diesen skandalösen Fall berichtet („Patienten leiden, und unsere Ärzte haben Angst“). Jetzt hat Robert Henke den Kampf um sein Leben verloren. „Robert ist in meinen Armen eingeschlafen”, sagt seine Witwe, Brigitte Henke, „er war ein charmanter und kluger Mann.” 

Er half anderen, besser zu leben

Schon längst im Rentenalter angekommen, gründete Robert Henke eine Baumschule und eine Computerfirma. Er schuf 20 Arbeitsplätze und half damit wenigstens einigen Menschen, besser zu leben. 

Doch als er selbst auf Hilfe angewiesen war, zeigte unser Gesundheitssystem sein erbarmungsloses Gesicht: Ihm wurde die dringend benötigte Hilfe brüsk verweigert, weil dies angeblich zu teuer geworden wäre. Mehrere Schlaganfälle, Diabetes und Demenz warfen  den Mann in den vergangenen drei Monaten aus der Bahn, schreibt die B.Z. Und 28 Hausärzte in unmittelbarer Nähe seines Wohnortes lehnten es ab, Hausbesuche zu machen und Robert Henke zu behandeln. 

Er hätte es sicher mehr als verdient gehabt 

Wegen seiner Diabetes sollten Robert Henke beide Beine amputiert werden. Die Amputation des linken Beins überstand er am 27. Februar recht gut. Doch die zweite Amputation wurde mehrfach verschoben. Diese Wartezeit zu überstehen – dafür fehlte dem 75-Jährigen schlicht die Kraft. 

Unser Mitgefühl begleitet seine Witwe Brigitte Henke. Unser Unverständnis verfolgt all diejenigen, die ihm die Hilfe verweigert haben.

Rose

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