Gefesselt und nackt zurückgelassen: Die Rache zweier Ex-Frauen

Freitag, 17.11.2017

17 und 12 Monate auf Bewährung sowie je 2.000 Euro Geldstrafe – so lautet das Urteil gegen zwei Frauen, die ihren Ex-Partner verprügeln ließen, um ihn dann gefesselt und nackt im Wald auszusetzen. Die Täterinnen waren zuvor über lange Zeit vom späteren Opfer gestalkt und bedroht worden. 

Mit seinem milden Urteil trug das Landgericht Frankfurt (Oder) der Tatsache Rechnung, dass die Frauen weder aus Rache noch aus Hass gehandelt hatten. Ihr Ziel sei gewesen, einer ausweglosen Lage zu entkommen. „Die Frauen standen unter erheblichem psychischen Druck und wollten nur erreichen, dass er sie in Ruhe lässt", begründete der Vorsitzende Richter sein Urteil. 

Opfer verschleppt und misshandelt

Der genaue Tatablauf ist bis heute nicht geklärt. So konnten die Männer, die das Opfer verprügelt und entkleidet hatten, bis heute nicht ermittelt werden.

Nach Darstellung der Frauen, von denen eine früher mit dem Opfer verheiratet und die andere mit ihm liiert war, hatten sie die Männer Tage zuvor eher zufällig kennengelernt. Diese hätten ihre Hilfe angeboten, nachdem sie eine der Frauen traurig im Wagen gesehen hatten. Später habe man sich dann mit dem Ex verabredet, der bei dieser Gelegenheit von den Unbekannten verschleppt und misshandelt wurde.

Kein konkreter Tatplan

Die Frauen sagten vor Gericht aus, es habe zwar die Verabredung, aber keinen konkreten Tatplan gegeben. Sie selbst hätten im Auto gewartet, als die Situation außer Kontrolle geriet. Beide Frauen bereuten vor Gericht, nicht eingeschritten zu sein. Sie hätten sich jedoch gewünscht, dass der gewalttätige Ex-Partner auch mal erlebe, in so eine Angstsituation zu geraten.   

Das Urteil erging wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Das Gesetz sieht für schwere Straftaten dieser Art auch mehrjährige Haftstrafen vor.

dunkler Wald

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