Eignungsmangel: Bundespolizei lehnt Bewerberin mit Tattoo ab

Mittwoch, 01.10.2014 BJ

Weil sie am rechten Unterarm tätowiert ist, durfte eine jungen Frau noch nicht einmal am Auswahlverfahren für die Ausbildung bei der Bundespolizei teilnehmen.

Die Frau fühlte sich benachteiligt und reichte daraufhin Klage beim Verwaltungsgericht Darmstadt ein. Denn die Begründung der Bundespolizei, dass Beamte mit Tätowierungen keine nötige Neutralität ausstrahlen würden, konnte und wollte sie nicht nachvollziehen.

Muss ein Tattoo automatisch provozieren?

Außerdem sah es die Klägerin als unbegründet, dass vor allem großflächige Tattoos, die sich nicht  komplett durch die Uniform verdecken lassen würden, Anlass zu unerwünschten Provokationen geben könnten.

Offensichtlich „ja“.

Doch auch das Verwaltungsgericht Darmstadt sah in den dominanten Tattoos der Bewerberin einen Eignungsmangel und bestätigte im Eilverfahren die Ablehnung durch die Bundespolizei. Denn „gerade Bundespolizisten würden häufig bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs eingesetzt werden und seien damit für Ausländer die ersten Vertreter des deutschen Staates“. Außerdem würden derartige Tätowierungen eine „überzogene Individualität“ zum Ausdruck bringen. Der Dienstherr sei deswegen berechtigt gewesen, die Antragstellerin nicht zur Ausbildung für den Polizeidienst zuzulassen.

Mensch, der Du hier eintreten willst, lass alle Persönlichkeit fahren…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht Darmstadt Urt. v. 27.05.2014, Az. 1 L 528/14 DA

§§ 1 ff. LBG

Polizei

Weitere Artikel

Kommentare