Wenn der Muezzin im Urlaub zum Gebet weckt

Mittwoch, 01.10.2014 SB

In Hotels ist man es gewohnt, vom Hotelpersonal per Weckruf zur abgesprochenen Zeit freundlich und liebevoll geweckt zu werden. Doch andere Länder, andere Sitten. Warum dann auch nicht einmal anders geweckt  werden?

Wenn einer eine Reise macht…

In einem vom Amtsgericht Hannover am 11. April 2014 entschiedenen Fall buchte ein Pärchen eine Flugpauschalreise mit All-Inklusive-Leistungen in einem Hotel in Doganbey (Türkei). Bereits in der ersten Nacht in dem Hotel erlebten sie etwas „Einheimisches“, nämlich einen Weckruf um 6:00 Uhr morgens. Dabei rief der Muezzin, verstärkt durch einen Lautsprecher, minutenlang  zum Gebet auf.

Kein Baulärm!

Das Pärchen fühlte sich gestört und wollte vom Reiseleiter Geld zurück. Der wollte nicht zahlen, und so zogen sie vor Gericht

Doch auch das Arbeitsgericht  Hannover sah darin keinen Reisemangel, denn schließlich seien „die Muezzinrufe in der Türkei landestypisch, so dass man damit auch rechnen muss“. Außerdem sei der Ruf mit unseren Kirchenglocken zu vergleichen, und nicht mit Baulärm.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Urt. v. 11.04.14, Az. 559 C 44/14

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