Was steht eigentlich in meinem Führungszeugnis?

Montag, 22.06.2015 PK

Vor allem Arbeitgeber, aber auch immer mehr Vermieter schauen sich sehr genau an, wen sie sich da ins Haus holen. Sie verlangen deshalb die Vorlage eines Führungszeugnisses. Und für die Betroffenen beginnt jetzt das große Zittern: Hängen einem womöglich längst vergessene Jugendsünden ein Leben lang nach?…

Tatsächlich können einem einige Delikte zum Verhängnis werden, wenn man sich um einen Job oder eine Wohnung bewirbt. Auch der Antritt eines Ehrenamtes wird durch Eintragungen im Führungszeugnisses vereitelt, wenn man keine blütenweiße Weste hat. 

Ohne Verurteilung kein Eintrag

Aber was steht eigentlich drin – und wie lange? Kann es einem den Job vermasseln, weil man irgendwann vor Jahren mal bekifft erwischt wurde oder man als Jugendlicher ein paarmal illegal Musik aus dem Internet heruntergeladen hat? Keine Sorge, denn wenn es nicht zur Verurteilung kam, gibt es auch keinen Eintrag. Eine bloße Abmahnung wegen Musik oder Filmtausch im Internet z.B. wird nicht eingetragen. Jugendstrafen allerdings schon, wenn sie nicht zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Einige Delikte hängen einem ewig nach

Nicht eingetragen wird, was nicht als Vorstrafe gilt. Dazu zählen Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen sowie Haftstrafen von bis zu drei Monaten. In der Regel werden Eintragungen nach fünf Jahren gelöscht, Bewährungsstrafen bis zu einem Jahr bereits nach drei Jahren. Nur Sexualdelikte und Verurteilungen zu lebenslanger Haft bzw. Sicherungsverwahrung sind bis zu 20 Jahre im Führungszeugnis verewigt.

Dritte können Ihre Daten nicht abrufen

Wichtig zu wissen: Niemand außer Ihnen selbst kommt an Ihre Daten heran. Sie können also selbst entscheiden, wem Sie das Dokument zeigen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was über Sie im Führungszeugnis steht, können Sie es jederzeit online beantragen unter www.fuehrungszeugnis.bund.de – das kostet 13 Euro.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Antrag auf Führungszeugnis § 30 BZRG

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