Vater des Amokschützen von Winnenden bekommt kein Geld

Mittwoch, 01.10.2014 BJ

Die Schadensersatzklage des Vaters von Tim K. gegen den Verleger der Bild-Zeitung wegen "Rechte am eigenen Bild" hatte keinen Erfolg.

Dieser hatte nämlich ein verpixeltes Lichtbild von ihm abgedruckt. Wegen dieses Vorfalls verlangte der Vater nun eine Entschädigung in Höhe von ca. 10.000,00 €.

Öffentliches Interesse vs. Persönlichkeitsrecht

Der Unternehmer begründete seine Schadensersatzklage mit einer ungerechtfertigten Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Es habe keinen ausreichenden Grund für die Verwertung seines Bildes gegeben. 

Dieser Rechtsansicht schloss sich das Oberlandesgericht Stuttgart als Berufungsgericht jedoch nicht an. Es war der Meinung, dass genug öffentliches Interesse durch den Amoklauf des Sohnes und durch das Strafverfahren gegen den Vater selbst, der wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden war, gegeben war. 

Das Berufungsgericht wertete dadurch das  „öffentliche Interesse an der Berichterstattung“ höher als den „Persönlichkeitsschutz des Klägers“.

Eine Revision wurde vom OLG Stuttgart nicht zugelassen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

 Art. 1, 2 GG, § 823 BGB 

OLG Stuttgart, Urt. vom 02.04.2014 – 4 U 174/13

Justizia

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