Betriebsrentenstärkungsgesetz: Die verbesserte Betriebsrente ist beschlossen

Montag, 10.07.2017

Die verbesserte Betriebsrente ist beschlossen, das Betriebsrentenstärkungsgesetz kann zum 1. Januar 2018 in Kraft treten. Damit ist eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) auch als Tarifrente ohne Garantien möglich. Was sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ändert, erklären wir hier.

Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) bietet die Möglichkeit die bAV per Tarifvertrag im Unternehmen einzuführen und setzt dabei vor allem auf die Tarifpartner, die künftig auf tariflicher Basis reine Beitragszusagen einführen dürfen. Mindest- oder Garantieleistungen sind für Arbeitnehmer damit verboten.

Verbesserung für Geringverdiener

Eine noch wesentlichere Änderung ergibt sich vor allem für Geringverdiener: Vor allem untere Einkommensschichten drohen Rentenlücken, da kaum Geld für die betriebliche Rente oder eine private Altersvorsorge übrig bleibt. Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz soll diese Rentenlücke schließen. Wenn der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge kein Angebot gemacht hatte, mussten Arbeitnehmer sich diese aktiv einfordern. Das soll sich in Zukunft ändern: Das neue bAV-Modell muss in Tarifverträgen verankert sein, alte Verträge müssen bis 2022 angepasst werden. Unternehmen ohne Tarifbindung können sich an Tarifverträge anhängen und diese für sich nutzen.

Beitragsbemessungsgrenze erhöht

Auch die Abgabefreiheit erhöht sich für Arbeitnehmer. Durften sie bislang höchstens vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze per Entgeltumwandlung zur Rentenversicherung von der Lohnsteuer befreit in die Betriebsrente einzahlen, dürfen sie nun bis zu acht Prozent geltend machen. Das heißt: Statt bisher 3048 Euro können Arbeitnehmer künftig bis zu 6096 Euro steuerfrei in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen.

Opting-Out-Klausel

Tarifverträgliche Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge sind künftig mit einer Opting-Out-Klausel versehen. Arbeitnehmer stimmen damit automatisch einer Einzahlung in eine betriebliche Altersvorsorge zu, sofern sie sich nicht ausdrücklich dagegen aussprechen. Bisher gab es keine bAV, es sei denn, sie wurde explizit gewünscht. Als zweite Säule der Altersvorsorge soll die bAV also gestärkt werden.

Betriebsrentenstärkungsgesetz: Die verbesserte Betriebsrente ist beschlossen

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