„Erziehungsmaßnahme“: Vater tötet 2-Jährige unter der kochend heißen Dusche

Mittwoch, 12.11.2014 PK

Als „Erziehungsmaßnahme“ stellt ein Vater seine kleine zweijährige Tochter unter die heiße Dusche. Erst nach Stunden kommt die kleine Leonie mit lebensgefährlichen Brandverletzungen in die Klinik. Dort kämpfen Ärzte zwei Wochen um ein junges Leben, das noch nicht einmal richtig begonnen hat. Doch am Montag ging der Kampf verloren. Leonie starb in einem Wiener Krankenhaus.

Das ist bereits der zweite Fall eines getöteten Kindes (22-Jährige geht feiern und lässt Tochter verhungern - Lebenslange Haft) innerhalb einer Woche, über das wir berichten müssen. Wieder fühlen wir diese entsetzliche Ohnmacht. Und bleiben vereint mit der hilflosen Frage: Warum?

Fadenscheinige Ausreden

Der Vater von Leonie behauptet, er habe die Kleine „nur“ bestrafen wollen und sie deshalb unter die Dusche gestellt. Doch statt das kalte Wasser aufzudrehen, habe er versehentlich den Hahn für Heißwasser geöffnet.

Unfassbar!

Die österreichische Staatsanwaltschaft sieht dennoch keine Haftgründe – denn weder bestehe die Gefahr einer Tatwiederholung (der 26-Jährige hat noch zwei weitere Kinder!), noch Verdunkelungsgefahr (als wäre seine Ausrede nicht fadenscheinig genug!), und die Gefahr einer Flucht wollen die Staatsanwälte ebenfalls nicht erkennen (als wäre die drohende Strafe von bis zu 10 Jahren kein Grund, abzuhauen!).

Was muss ein Kind verbrochen haben?

Doch was muss ein 2-jähriges Kind überhaupt „verbrochen“ haben, um so entwürdigend bestraft zu werden? Mit Essen gekleckert, ins Bett gemacht? Es gibt keinen Fehler im kindlichen Verhalten, der eine solch drastische Erziehungsmaßnahme rechtfertigt – auch mit kaltem Wasser nicht.

Und nach § 1631 Abs. 2 BGB haben in Deutschland Kinder „ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Zudem stehen bestimmte Formen der Misshandlung nach dem Strafgesetzbuch unter Strafe, z. B. nach § 225 StGB (Misshandlung von Schutzbefohlenen) sowie den §§ 221 bis 229 StGB (Tötung und Körperverletzung).

Der kleinen Leonie hilft das alles nichts mehr.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§ 225 StGB (Misshandlung von Schutzbefohlenen),  §§ 221 bis 229 StGB (Tötung und Körperverletzung)

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