Fahrradklau im Namen des Gesetzes

Montag, 25.05.2015 DOD

Und plötzlich ist das Fahrrad weg. Die Radfahrerin hatte es am Straßenrand abgestellt und abgeschlossen. Als sie nach längerer Zeit zurückkommt, ist es jedoch verschwunden. Mitgenommen haben es Ordnungshüter - und das völlig rechtens…

Eine junge Studentin fuhr mit ihrem Fahrrad zum Bahnhof. Dort stellte sie das Zweirad ab, kettet es an ein Geländer am Straßenrand und unternahm eine längere Zugreise mit Freundinnen. Als sie nach vier Wochen zurückkehrte, war das Fahrrad weg. Beamte des städtischen Ordnungsamtes hatten das Schloss geknackt und das Fahrrad mitgenommen. Begründung: „Das Rad ragte in die Straße hinein und wurde so zum Hindernis.“

Was stört, kommt weg

Verkehrsbehindernd abgestellte Räder dürfen von den Behörden tatsächlich entfernt werden. Geregelt ist das im Paragraph 1, Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Dort sind nämlich die Grundregeln des Verkehrs verankert: „Kein Verkehrsteilnehmer darf den anderen mehr als nötig behindern, belästigen oder gefährden“. Und die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung durchzusetzen, können also auch Räder, die im Weg stehen, von den Behörden beseitigt werden.

Läuft die Frist ab, droht das Verschrotten

In den meisten Fällen erhalten die Räder zuerst einen Aufkleber mit dem Hinweis, der Besitzer solle das Rad wegstellen. Steht das Rad nach einer festgesetzten Frist, in der Regel vier Wochen, immer noch da, nehmen es die Ordnungshüter mit. Es wird dann entweder verschrottet oder verkauft, beziehungsweise amtlich versteigert. Ein Recht auf Ersatz oder auf das Geld aus Verkauf beziehungsweise Versteigerung hat der Besitzer dann nicht mehr! Dasselbe gilt übrigens auch für herrenlose Räder und Fundräder.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Straßenverkehrsordnung (StVO), Paragraph 1, Abs. 2

Fahrrad

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