Baby in der Toilette ertränkt und im Müll entsorgt

Montag, 23.03.2015 PK

Ein Arbeiter bemerkt zwar den Beutel am Ufer eines kleinen Bachlaufes am Niederrhein, schenkt ihm aber keine Beachtung. Wird eben irgendwer seinen Müll liegengelassen haben. Erst einen Monat später, im September 2014, wagen ein paar neugierige Kinder einen Blick hinein. Und machen eine grausige Entdeckung...

... in einer weiteren Tüte eingewickelt liegt die Leiche eines Babys. Ein Junge, schon so stark verwest, dass die Todesursache nicht mehr geklärt werden kann. Die Polizei kommt den Tätern, einem jungen Paar, dennoch auf die Schliche.

Eine Speichelprobe entlarvte die Täter

Einer Verwandten der Mutter des Jungen war nämlich deren Babybauch nicht entgangen, obwohl die junge Frau ihre Schwangerschaft stets abgestritten hatte. Und weil der Bauch von einem auf den anderen Tag nicht mehr da war, ging die Verwandte zur Polizei, als sie von dem Fund am Bach in der Zeitung las. Der Rest war routinemäßige Ermittlungsarbeit. Schließlich belegt ein DNA-Test mit Hilfe einer Speichelprobe der mutmaßlichen Eltern des Babys: Die beiden haben ihr Kind bestialisch umgebracht.

In der Toilette ertränkt

Der kleine Junge wurde unmittelbar nach seiner Geburt in der Toilette ertränkt. Das haben beide Elternteile, damals 19 Jahre alt, gegenüber dem Ermittlungsrichter gestanden. Das Paar hatte sich angeblich in seiner Lebenssituation mit der Geburt des Kindes überfordert gefühlt. 

Schuldig oder krank?

Tatsächlich gilt es im Prozess zu ermitteln, ob die Mutter zur Tatzeit an einer psychischen Störung gelitten hat – der sogenannten Borderline-Erkrankung. Einfach ausgedrückt, äußert sich diese Erkrankung durch ein gestörtes Verhältnis zu sich selbst (Selbstverletzung) und anderen Menschen. 

Der Junge wurde keinen Tag alt

Doch das rauszufinden, kann schwierig werden. Denn vor Gericht, wo sie sich jetzt wegen Totschlags zu verantworten haben, schweigen die beiden Angeklagten beharrlich. Allerdings dürfte Mord durchaus auch in Frage kommen. Denn laut Staatsanwaltschaft soll der Tod des kleinen Jungen bereits beschlossene Sache gewesen sein, noch bevor er zur Welt kam. Warum das Paar die Freigabe zur Adoption oder die Abgabe in eine Babyklappe zwar erwogen, aber dann doch wieder verworfen hat, wird wohl nicht geklärt werden, solange die Richterin nicht zu den jungen Angeklagten durchdringt. Fest steht jedoch: Den beiden droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Der Geburtstag des kleinen Jungen, der gleichzeitig sein Todestag wurde, ist bis heute nicht bekannt.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Totschlag § 212 StGB

Mord § 211 StGB

Flussufer mit Abfall

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