Der alltäglich Wahnsinn auf der Autobahn: Elefantenrennen im Schneckentempo

Dienstag, 23.06.2015 DOD

Plötzlich geht es nur noch langsam voran auf der Überholspur der Autobahn. Doch kein Unfall oder eine Baustelle ist die Ursache, sondern ein überholender Lastwagen. Tagtäglich ärgern sich Autofahrer über diese „Elefantenrennen“, wenn ein Lkw mit Schneckengeschwindigkeit seine Kollegen überholt. Doch was wenige wissen: Wenn die Polizei das sieht, gibt es  für die Brummifahrer Ärger. Und der kostet Geld und Punkte…

Mehr als drei Minuten hatte das Überholmanöver gedauert  - auf einer Strecke von über vier Kilometern. Deshalb hat ein Fahrer von einem Sattelzug auf der A38 ein Bußgeld von 80 Euro bezahlen müssen. Zusätzlich gab es einen Punkt in Flensburg. Denn da besonders viele Unfälle auf Autobahnen im Stau oder am Stauende passierten, gibt es Regeln: Das Überholen der Lastwagen darf nicht länger als 45 Sekunden dauern. Und der Lastwagen auf der linken Spur muss mindestens 10 km/h schneller fahren als der Lkw, der überholt wird. Wer das nicht schafft und keinen Ärger riskieren will, muss in der Kolonne bleiben.

Andere Länder, andere Verkehrsregeln

In Österreich ist es Lkw-Fahrern bereits seit einem Jahr verboten, die dritte oder vierte Spur von Autobahnen oder Schnellstraßen zu nutzen. Der Grund: Lastwagen sind überproportional oft in Unfälle mit Verletzten verwickelt. Überholen auf der ganz linken Seite mehrspuriger Straßen ist ihnen daher gänzlich verboten.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 29. Oktober 2008, Aktenzeichen: 4 Ss OWi 629/08

Autobahnstau

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