Die Amputation eines ganzen Lebens

Dienstag, 09.06.2015 HH

Der Gesundheitszustand eines Mannes war so schlecht, dass die Ärzte entschieden, seinen Penis und seinen linker Unterschenkel zu amputieren. Seitdem sitzt der Mann (39) im Rollstuhl und sein rechter Fuss ist taub. Doch der Patient behauptet, dass dies alles hätte verhindert werden können...

Der Kläger hatte sich mit schmerzhafter Erektion und bläulich verfärbtem Penis in die Behandlung des Rosenheimer Urologen begeben. Dieser diagnostizierte aber die Dauererektion und die beginnende Sepsis nicht richtig. Erst im Krankenhaus erkannte man die Dringlichkeit. Doch da war es schon zu spät, und die Amputationen des Penis und des Unterschenkels konnten nicht mehr vermieden werden. Der 39-jährige fiel einen Monat ins Koma, musste 14 (!) Operationen über sich ergehen lassen, die Nieren arbeiten seitdem nur noch eingeschränkt und die Schmerzen sind bis heute nur mit starken Medikamenten zu ertragen. Dazu kam die Trennung von der Verlobten mit gemeinsamen Kind.

Unermessliche Folgen

Deswegen klagte der Mann, der früher auch gerne Motorrad fuhr: Der behandelnde Urologe habe nicht „lege artis“, also nach aller Regel der Kunst gehandelt. Er forderte 500.000 € Schmerzensgeld. Seine Klage hat das Landgericht Traunstein jedoch abgewiesen. Deswegen sucht der 39-Jährige nun Gerechtigkeit vor dem Oberlandesgericht München. Wir werden mit Interesse verfolgen, wie es weitergeht...

Ärzte

Weitere Artikel

Kommentare