„After Dark“: Nach Sonnenuntergang kein Fahrrad mehr fahren?

Freitag, 05.02.2016 MLK

„After Dark“kein Fahrrad mehr fahren? Was soll das denn heißen? Für die Dunkelheit gibt es doch extra Fahrradlampen. Das haben sich sicher einige gedacht, als sie den Beschluss des Verwaltungsgerichts Neustadt gelesen haben. Doch „After Dark“ ist keine Beschreibung für die dunkle Nacht…

„After Dark“ ist eine Kräutermischung zum Rauchen. Sie wirkt beruhigend und „chillt“ für ein paar Stunden, außerdem ist sie (noch) legal.

„Flitzer“ im Wahnzustand

Trotzdem sollte man wohl vorsichtig sein, denn offensichtlich hat dieses Kraut auch Nebenwirkungen. So zumindest für einen Fahrradfahrer in Ludwigshafen: Nach mehrfachem „After Dark“-Konsum fuhr der Mann mit seinem E-Bike durch Ludwigshafen. Dabei fiel er in einen Wahnzustand - er zog sich nackt aus, rannte über die Straße, zog sich wieder an und fuhr dann gemütlich mit dem E-Bike weiter.

Rettungssanitäter vor Ort

Alarmierte Rettungssanitäter halfen dem verwirrten Mann und nahmen ihm unter anderem auch Blut ab. Als die Stadt später von dem Vorfall erfuhr, wollte sie ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPG) von dem „Flitzer“. Das verweigerte der, verzichtete allerdings erstaunlicherweise selbst auf seine Fahrerlaubnis.

Folge: Stadt untersagt ihm das Führen von Fahrzeugen

Das genügte der Stadt jedoch nicht. Sie untersagte es ihm zusätzlich mit einer Verfügung. Dagegen wehrte sich der Mann. Schließlich habe er doch schon einsichtig und freiwillig alles abgegeben. Dann bräuchte es nicht auch noch ein offizielles Verbot.

Gericht sieht es genauso

Das Verwaltungsgericht Neustadt gab jedoch der Stadt Recht. Denn gleichgültig, ob „After Dark“ legal ist oder nicht oder der Mann alles freiwillig abgegeben hätte: Das Verhalten des Mannes sei zu gefährlich für sich und seine Mitmenschen, das offizielle Fahrverbot bleibt somit bestehen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

VG Neustadt Beschl. v. 21.1.2016, 3 L 1112/15.NW

Nackter Mann auf Fahrrad

Weitere Artikel

Kommentare