Wer hohe Schulden hat, kann demnächst ein bisschen besser schlafen

Donnerstag, 25.06.2015 PK

Ab dem 1. Juli nämlich werden neue Pfändungsfreigrenzen festgelegt. Das bedeutet, dass einem Schuldner ein paar Euro mehr zum Leben bleiben, weil dieses Geld unpfändbar ist…

Ein bisschen mehr Geld als bisher muss den Schuldnern in wenigen Tagen zum Leben gelassen werden: Die Pfändungsgrenze steigt zum 1. Juli nämlich um 2,76 Prozent an – im selben Verhältnis steigt übrigens auch der steuerliche Grundfreibetrag.

Daraus ergeben sich diese neuen Freibeträge:

• Ab dem 1. Juli 2015 ist monatlich ein Grundbetrag von 1.073,88 Euro unpfändbar. Bisher waren es nur 1.045,04 Euro pro Monat.

• Für die erste unterhaltspflichtige Person erhöht sich der Grundbetrag um 404,16 Euro pro Monat (bisher: 393,30 Euro).

• Für die zweite bis fünfte unterhaltsberechtigte Person erhöht sich der Grundbetrag jeweils um weitere 225,17 Euro (bisher: 219,12 Euro).

Das bedeutet, dass z.B. eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern über monatlich 1.928,38 Euro frei verfügen darf, ohne dass ihr jemand diesen Betrag wegnehmen dürfte.

Keine Sorge:

Auch Einkünfte, die diese Pfändungsfreigrenze übersteigen, können nicht vollständig vom Gerichtsvollzieher eingesackt werden. Bei einem Arbeitnehmer, der keine Unterhaltspflichten hat, sind maximal 70 Prozent des Betrages pfändbar, der oberhalb der Freigrenze liegt. Wer für eine Person unterhaltspflichtig ist, dem können höchstens noch 50 Prozent gepfändet werden, und für jede weitere Unterhaltsverpflichtung erhöht sich die Freigrenze um weitere 10 Prozent.

In der Praxis heißt das:

Schauen wir uns einen Beispielsfall einmal genauer an: Der Schuldner hat Frau und Kind, für die er unterhaltspflichtig ist. Sein monatliches Netto liegt bei 3.000 Euro. Davon werden zunächst der unpfändbare Grundbetrag sowie die beiden Unterhalts-Grundbeträge abgezogen. Die Rechnung sieht dann so aus: 3.000 – 1.073,88 – 404,16 – 225,17 = 1.296,79. Vom diesem Restbetrag stehen dem Gläubiger aber nur 40 Prozent zu, das sind 518,71 Euro, die er monatlich pfänden lassen kann.

Begraben unter Aktenberg

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