Auffahrunfall in der Waschstraße - Wer zahlt den Schaden?

Donnerstag, 04.02.2016 DOD

Hinten kommt das Auto dreckig rein, vorne sauber wieder raus. So sollte es eigentlich in einer funktionierenden Waschstraße sein. Doch manchmal kommt es eben doch anders als man denkt…

In einer Waschstraße fuhr eine Frau mit ihrem Auto auf einem Band durch die verschiedenen Waschstationen. Plötzlich blieb der PKW vor ihr stecken, während ihr eigenes Auto weiter transportiert wurde. Die Frau drückte zwar mehrfach auf die Hupe, doch das Personal reagierte nicht. Als dann die Fahrzeuge aufeinanderprallten, entstand an dem Auto ein Schaden von rund 1.300 Euro.

Mehr Sicherheit zu teuer

Darauf forderte sie das Geld von dem Waschstraßenbetreiber ein. Doch dieser und dessen Versicherung weigerten sich zu zahlen. Die Begründung: Automatische Vorrichtungen wie Lichtschranken oder Sensoranlagen, die solche Unfälle verhindern könnten, seien zu teuer, gleiches gelte für mehr Aufsichtspersonal.

Erst das zweite Gericht gab ihr Recht

In erster Instanz bekam tatsächlich die Versicherung Recht. Ganz anders urteilte jetzt allerdings das Landgericht Paderborn in der Berufungsverhandlung: Der Betreiber müsse gewährleisten, dass in einer solchen Situation das Laufband sofort abgeschaltet werde. Auch die Begründung, dass Sicherheitsvorrichtungen zu teuer wären, würde hier nicht greifen. Denn wer eine Waschanlage betreibe, müsse für Sicherheit sorgen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Paderborn, Urteil vom 26. November 2014, Aktenzeichen: 5 S 65/14

Autowaschstraße

Weitere Artikel

Kommentare