7 Irrtümer im Straßenverkehr, auf die fast jeder hereinfällt

Mittwoch, 07.10.2015 PK

Nur weil es alle glauben, muss es noch lange nicht stimmen…

1. Behauptet, aber falsch:

Auch wenn man keine Schuld am Unfall hat, muss man die Reparaturkosten fürs eigene Auto erst einmal vorstrecken. 

So hatte es eine Versicherung tatsächlich verlangt. Und wäre sie damit durchgekommen, wäre das ein Freibrief gewesen, die Schadensregulierung bis in alle Ewigkeit zu verzögern. Aber sie ist nicht damit durchgekommen. (Amtsgericht Halle: 93 C 3280/11)

2. Behauptet, aber falsch: 

Wenn ein Lokal geschlossen hat, darf jeder den Gästeparkplatz benutzen.

Das ist natürlich Quatsch! Ein Gästeparkplatz ist für Gäste da – und wer sich unberechtigt dazwischenmogelt, wird abgeschleppt. (Amtsgericht Lübeck: 33 C 3926/11)

3. Bei vielen fest ins Gedächtnis gebrannt: 

Wenn auf der Straße kein Platz mehr ist, dürfen Radfahrer auf den Gehweg ausweichen. 

Wenn man sich so umschaut, glauben das offenbar viele. Ist aber ein Irrtum: Wer älter als zehn Jahre ist, hat mit seinem Fahrrad nichts auf dem Gehweg zu suchen. Er haftet dann sogar aus eigener Tasche für Schäden, die andere nur deswegen erleiden, weil sie nicht mit dem Radler rechnen konnten. (Amtsgericht Hannover: 562 C 13120/10)

4. Ein Irrtum, der die Polizei ärgert: 

Für Radfahrer ist es egal, ob sie den rechten oder den linken Radweg benutzen.

Tatsache ist: Den „falschen“ Radweg darf man nur dann in entgegengesetzter Richtung befahren, wenn dies so beschildert ist. (Oberlandesgericht Naumburg: 1 U 74/11)

5. Behauptet, aber falsch:

Ohne Schuld am Unfall steht mir ein Ersatzfahrzeug zu.

Tatsache ist: Wer über einen Zweitwagen verfügt, bekommt weder ein Mietfahrzeug noch eine entsprechende Entschädigung in Geld ausbezahlt. (OLG Düsseldorf: I-1 U 50/11)

6. Gefährlicher Irrglaube: 

Wo keine Vorfahrtschilder aufgestellt sind, gilt immer die Regel  „Rechts vor Links“. 

Das ist falsch, denn auf Parkplätzen gilt diese Regel nicht. Sind dort lediglich einzelne Parkbuchten markiert, müssen sich die Nutzer per Blickkontakt verständigen, wer wen vorlässt. (Landgericht Detmold: 10 S 1/12)

7. Immer wieder verbreitet, aber auch falsch: 

Wer nach einem Parkrempler den Unfallort verlässt, riskiert seinen Versicherungsschutz.

Wenn sämtliche Angaben zur eigenen Person und des Fahrzeuges am Unfallort hinterlassen werden (Name, Telefonnummer, Kennzeichen) und der Verursacher die Position der Fahrzeuge und die Schäden z.B. per Smartphone fotografiert, dann darf er wegfahren, ohne seinen Versicherungsschutz zu verlieren. Trotzdem aber werten immer noch Gerichte dieses Wegfahren als Fahrerflucht! Deshalb: Immer zusätzlich die Polizei anrufen und dort  ebenfalls alle Angaben hinterlassen. (Landgericht Hamburg: 331 S 71/10)

Verkehrsschild „Oops“

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