30 Sekunden Live-Stream geschaut: Abmahnung!

Mittwoch, 25.10.2017

Wer während seiner Arbeitszeit auf dem PC fernsieht, muss mit einer Abmahnung rechnen. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Köln hervor (20 Ca 7940/16). Die Dauer des privaten Vergnügens mit dem Live-Stream spielt dabei keine Rolle.

Im konkreten Fall hatte ein Mitarbeiter in der Automobilindustrie für 30 Sekunden auf einem Dienst-PC den Live-Stream eines Fußballspiels verfolgt. Dann erschien der Chef, unterband das Treiben und reagierte mit einer Abmahnung. Gegen diese Entscheidung zog der Arbeitnehmer nun vor Gericht – allerdings ohne Erfolg.

Geschuldete Leistung nicht erbracht

Die kurze Dauer des TV-Vergnügens war vor Gericht von zwei Zeugen bestätigt worden. Einer von ihnen sagte zudem aus, er selbst, nicht der Kläger, habe den Stream in seiner Pausenzeit gestartet. Der Abgemahnte sei nur dazu gerufen worden und habe sich kurz mit gesetzt.

Für die Richterin spielte diese Aussage nur eine untergeordnete Rolle. Die Abmahnung sei allein dadurch gerechtfertigt, dass der Arbeitnehmer in der fraglichen Zeit seine Arbeitsleistung nicht erbracht habe.

Abmahnung: Berufung möglich

Ein Kompromissvorschlag des Gerichts, die Abmahnung zum Jahresende zu streichen, war beim Prozess von beiden Seiten abgelehnt worden. 

Der unterlegene Kläger hat die Möglichkeit, vor dem Landesarbeitsgericht Köln in Berufung zu gehen. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die Abmahnung in seiner Personalakte.

Im Büro vor dem PC

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