Kündigung: Arbeitnehmer lädt 17.000 Songs herunter

Donnerstag, 16.10.2014 BJ

Nachdem er während der Arbeitszeit weit über 17.000 Musik- und Filmdateien heruntergeladen hatte, erhielt ein Mann von seinem Arbeitgeber nach 21-jähriger Betriebszugehörigkeit die fristlose Kündigung.

„Warum ist das Internet nur so langsam?“

Diese Frage stellte sich ein Arbeitgeber, als er sich über massive Geschwindigkeitseinbußen des Internets im ganzen Betrieb wunderte. Dank einer sorgfältigen Suche nach der Ursache fand sich relativ rasch der Übeltäter: Ein Mitarbeiter hielt nicht nur regen sozialen Onlinekontakt zu Portalen wie Facebook und Xing, sondern der Mann hatte über Tauschbörsen außerdem ca. 17.500 Musik- und Filmtitel auf seinen Arbeits-PC geladen.

Fleißig war er ja …

Pech für den eifrigen Tastenhengst: Die Songs entsprachen ganz und gar nicht dem Geschmack des Arbeitgebers, und der Mann erhielt trotz 21-jähriger Betriebszugehörigkeit die fristlose Kündigung, da ihm vorgeworfen wurde, er hätte nicht nur seine arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt, sondern auch das EDV-System der konkreten Gefahr einer Infektion mit Computerviren ausgesetzt. Der gekündigte Mitarbeiter war dagegen der Meinung, dass er vorher hätte abgemahnt werden müssen und zog vor das Arbeitsgericht. „Dass Derartiges während der Arbeitszeit nicht erlaubt ist, muss man wissen“, entgegnete das Gericht allerdings gelassen und wies die Klage ab.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesarbeitsgericht Urt. v. 16.06.2014 Az. 1 Sa 421/13

§§ 620 ff. BGB

Büroraum

Weitere Artikel

Kommentare