Pflichtverteidiger

Pflichtverteidiger

Ein Pflichtverteidiger ist ein vom Gericht beigeordneter Verteidiger in einem Strafverfahren.

Ein Pflichtverteidiger ist beizuordnen, wenn ein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt und der Beschuldigte darüber hinaus keinen Wahlverteidiger hat. Notwendige Verteidigung liegt dann vor, wenn der Beschuldigte sich nicht selbst verteidigen kann. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn dem Angeklagten ein Verbrechen zur Last gelegt wird oder gegen ihn Untersuchungshaft angeordnet wurde.

Der Pflichtverteidiger wird zunächst vom Staat bezahlt. Der Pflichtverteidiger bekommt geringere Gebühren, was aber nicht heißt, dass er ein schlechterer Verteidiger ist.

Im Falle einer Verurteilung werden dem Angeklagten in der Regel die Verfahrenskosten auferlegt; die Staatskasse fordert die verauslagten Pflichtverteidigergebühren dann vom Verurteilten zurück. Das heißt, der Staat zahlt den Pflichtverteidiger nur voraus, schlussendlich zahlt ihn aber immer der Mandant selbst. Hat der Angeklagte bereits einen Wahlverteidiger beauftragt, kann der sich auch als Pflichtverteidiger beiordnen lassen, wenn er sein Wahlmandat niederlegt.

Dies macht aber nur dann Sinn, wenn der Angeklagte nicht gleich in der Lage ist die Verteidiger Honorare zu bezahlen.

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