Wir erklären: Die Düsseldorfer Tabelle

Dienstag, 04.07.2017

Wie viel Geld muss der Unterhaltspflichtige für sein(e) Kind(er) mindestens zahlen? Auf diese Frage gibt die „Düsseldorfer Tabelle“ eine Antwort. Gesetzeskraft besitzt die Kalkulation zwar nicht, sie wird aber dennoch bundesweit bei den Familiengerichten eingesetzt. 

Die Düsseldorfer Tabelle gibt es bereits seit 1962. Sie dient dazu, Unterhaltszahlungen für Kinder zu vereinheitlichen. Die Bedarfssätze der Düsseldorfer Tabelle werden regelmäßig an die Preisentwicklung angepasst, so auch zum Jahresbeginn 2017.

Was lässt sich aus der Düsseldorfer Tabelle ablesen?

Vorrangig berücksichtigt werden das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen sowie das Alter des Kindes. Beide Werte sind in Stufen unterteilt. Folgende Altersgruppen wurden gebildet:

  • 0 bis 5 Jahre
  • 6 bis 11 Jahre
  • 12 bis 17 Jahre
  • Ab 18 Jahre

Die Gehaltsstaffelung des Unterhaltspflichtigen reicht von „bis 1.500“ bis zu 5.100 Euro. Bei höheren Bezügen gibt es eine Einzelfallentscheidung.

Anhand der Alters- und Einkommensgruppe lässt sich der empfohlene Unterhaltswert in der Tabelle direkt ablesen. Niedrigster Wert sind derzeit 342 Euro für Kinder unter sechs Jahren bei einem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen von bis zu 1.500 Euro.

Feinjustierung: Der Bedarfskontrollbetrag

Um der jeweiligen Lebenssituation des Unterhaltspflichtigen besser gerecht zu werden, berücksichtigt die Düsseldorfer Tabelle zusätzlich den sogenannten „Bedarfskontrollbetrag“. Er dient dazu, potentielle Ungerechtigkeiten auszugleichen, auch wenn die Einkommenshöhe des Unterhaltsempfängers beziehungsweise des Kindes grundsätzlich keine Rolle spielt.

Grundprinzip: Unterschreitet der Unterhaltspflichtige den in der Tabelle angegebenen Wert für das nach allen Abzügen verbleibende Einkommen, so wird er in die nächstniedrigere Einkommensgruppe eingeordnet. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn es mehrere unterhaltsberechtigte Kinder gibt (die Tabelle orientiert sich an zwei Unterhaltsberechtigten). 

In der niedrigeren Einkommensgruppe wird wiederum abgeglichen, eine erneute Tiefer-Stufung ist also möglich. Der Mindestunterhalt darf dabei jedoch nie unterschritten werden. 

Kann die Zahlung vom Tabellenwert abweichen?

Der in der Düsseldorfer Tabelle angegebene Wert weist den Bedarf aus, nicht jedoch die Höhe der tatsächlich zu leistenden Zahlung. So wirkt sich das Kindergeld mindernd aus, da es beiden Elternteilen zusteht.

Der Unterhaltspflichtige, der kein Kindergeld bezieht, kann 50 Prozent des Kindergeldbetrages zahlungsmindernd anrechnen. Beim ersten oder zweiten Kind wären das derzeit (Stand 2017) also 50 Prozent von 192 Euro, somit 96 Euro.

Von der Tabelle abweichende Werte bei der Unterhaltspflicht gelten auch für volljährige Kinder mit eigenem Hausstand.  

Kind und Familie

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