Wie hoch sind Anwaltskosten?

Mittwoch, 31.05.2017

Die Höhe der Anwaltskosten ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Die Gebühren richten sich nach dem Streitwert und dem konkreten Aufwand. Unterschieden wird zudem, ob es sich um eine rechtliche Beratung, um eine außergerichtliche oder eine gerichtliche Vertretung handelt. Mit diesen Anwaltskosten müssen Sie rechnen.

Anwaltskosten sind nicht verhandelbar. Sie werden nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) abgerechnet. Der Streitwert oder Gegenstandswert ist für die Höhe der Anwaltskosten die entscheidende Grundlage. Das Vergütungsverzeichnis des RVG weist die Preisspannen für die sogenannten Geschäftsgebühren gemäß Streitwert genau aus. Dabei bleibt dem Rechtsanwalt allerdings ein gewisser Spielraum, falls der Arbeitsaufwand höher ausfällt. Mehrkosten muss er jedoch begründen.

Anwaltskosten berücksichtigen Aufwand

Die Gebühr darf maximal das 2,5-Fache dessen betragen, was das Vergütungsverzeichnis gemäß Streitwert (Gegenstandswert) ausweist. Es kann jedoch, etwa für einen einfachen Brief, auch nur in halber Höhe angesetzt werden. Die meisten Anwälte berechnen eine mittlere Geschäftsgebühr von 1,3. Darauf kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. In Rechnung gestellt werden zudem Porto- und Telefonkosten, meist als Pauschale in Höhe von 20 Euro. Auch Kopier- und Reisekosten können die Rechnung in die Höhe treiben.

Extrafall Beratung

Ein erstes Gespräch mit einem Rechtsanwalt, wie Sie als Verbraucher in einem Problemfall zu Ihrem Recht kommen können, darf laut RVG nicht kostenlos sein. Die Kosten dürfen aber auch nicht mehr als 190 Euro plus Mehrwertsteuer betragen.

Außergerichtliche Einigung oder Prozess?

Erzielt Ihr Anwalt für Sie außergerichtlich einen vertraglichen Kompromiss mit der gegnerischen Seite, darf er eine Einigungsgebühr erheben. Diese liegt bei Faktor 1,5 der RVG-Gebührentabelle. Kommt es zu einem Prozess, werden Verfahrensgebühren fällig. Diese berechnen sich wie die normalen Geschäftsgebühren nach Streitwert und Aufwand, erhöhen sich jedoch um die sogenannte Termingebühr. Diese beträgt das 1,2-fache des ausgewiesenen Werts in der RVG-Tabelle. 

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