Was tun, wenn der Ex den Kindesunterhalt nicht zahlt?

Samstag, 15.04.2017

In Deutschland gibt es rund 2,7 Millionen Alleinerziehende, davon 2,3 Millionen Frauen. Schon aus diesem Grund sind es meist die Väter, die zum Kindesunterhalt verpflichtet sind. Leider kommen die Wenigsten dieser Pflicht in vollem Umfang nach. Doch was können die Mütter dagegen tun?

Rund 650 Millionen Euro berappen Bund und Länder pro Jahr, um für säumige Väter einzuspringen. Das Geld fließt als Unterhaltsvorschuss an die Alleinerziehende, um so das Auskommen des Kindes zu sichern. Ist es die finanzielle Not der Unterhaltspflichtigen, die dazu führt? In den allermeisten Fällen nicht, so die ernüchternde Antwort. Das Verhältnis von Nicht-Können zu Nicht-Wollen liegt circa bei 1:6. Kein Geld für die Ex und damit basta heißt hier nicht selten die Argumentation.

Unterhaltsvorschuss beantragen

Der Streit mit dem Ex kostet nicht nur Nerven, sondern auch Zeit. Nicht immer ist er von Erfolg gekrönt. Der erste Weg zur finanziellen Absicherung sollte daher ins Jugendamt führen, um einen Unterhaltsvorschuss zu beantragen. Gezahlt wird derzeit für maximal 72 Monate und Kinder bis zu elf Jahren (0 bis 5 Jahre 150 Euro monatlich, 6 bis 11 Jahre 201 Euro). Eine Erweiterung für Kinder bis zu 17 Jahren (268 Euro) ist noch für 2017 geplant.

Kindesunterhalt: Der Gang vor Gericht

Um eine Unterhaltszahlung gerichtlich geltend zu machen, bedarf es der Klärung des tatsächlichen Anspruchs. Der Ex ist daher verpflichtet, seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen zu legen. Tut er dies nicht, drohen Zwangsgelder und es kann zu einer Stufenklage kommen. Das heißt: Es geht zunächst um die Auskunftsklage, der Weg bis zur Zahlung des Kindesunterhalts ist noch lang.

Sind die Ansprüche geklärt und existiert ein (dynamischer) Unterhaltstitel, ist die Sache womöglich noch nicht ausgestanden. Denn zahlt der Vater weiterhin nicht, muss nun erst der Gerichtsvollzieher bemüht werden. Letztlich heißt es da im Sinne des Kindes: konsequent bleiben und pfänden lassen.

Die Kosten des Verfahrens

Klagen kostet, denn Anwälte und Richter verdienen gut. Es besteht jedoch die Möglichkeit, Verfahrenskostenhilfe zu beantragen. Hier springt der Staat bis zum Urteil für die Kosten ein.

Und noch ein Hinweis: Keine Arbeit, kein Geld ist bei Unterhaltsfragen oft ein schwaches Argument. Der Zahlungspflichtige muss sich nämlich um Arbeit kümmern, als Vollzeitjob, wenn notwendig.

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