Was Sie beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten sollten

Dienstag, 01.08.2017

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung lassen sich finanzielle Verluste abfedern, wenn der Beruf ganz oder teilweise nicht mehr ausgeübt werden kann. Wer einen Vertrag abschließen will, sollte dies möglichst früh tun und einige Punkte dabei beachten. 

Das Risiko, zwischen dem 20. Lebensjahr und der Rente berufsunfähig zu werden, liegt laut Statistik bei den Männern bei 43 Prozent und bei Frauen bei 38 Prozent. Anders gesagt: Das Risiko ist hoch. Die Verbraucherzentrale und der Bund der Versicherten empfehlen daher dringend den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, trotz der relativ hohen Beiträge. 

Wer sollte eine Versicherung abschließen?

Burnout und psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Damit steigt die Gefahr  einer Berufsunfähigkeit auch in Branchen, die früher nicht als Risikogruppe galten. Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird daher allen empfohlen.

Besonders wichtig ist der Schutz für Personen, deren Einkommen neben dem eigenen auch den sozialen Status Dritter sichert. Klassisches Beispiel: der Familienvater als Alleinverdiener.

Was ist beim Versicherungsabschluss zu beachten? 

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird mit steigendem Alter im Abschluss teurer. Hinzu kommt, dass Vorerkrankungen dazu führen können, dass die Versicherung eine Police ablehnen beziehungsweise nur zu weit schlechteren Bedingungen anbieten.

In diesen Fällen wird gezahlt

Die Berufsunfähigkeit tritt ein, wenn die bisherige Tätigkeit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausgeübt werden kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine generelle Erwerbsunfähigkeit besteht.

Enthält der Vertrag Regelungen, die einen Wechsel in einen ähnlichen Beruf vorsehen, oft als „abstrakter Verweis“ bezeichnet, ist Vorsicht geboten. Hier können die Versicherer im Zweifelsfall die Zahlung verweigern, auch wenn der ausgeübte Beruf aus gesundheitlichen Gründen wegfällt.  

Ebenfalls von Belang ist, ab welchem Grad der Berufsunfähigkeit der Versicherungsschutz aktiviert wird. Möglich ist dies bereits ab ärztlich attestierten 50 Prozent.

Empfohlene Höhe der Versicherung

Im Sinne des Versicherten ist eine möglichst hohe Berufsunfähigkeitsrente bei einem möglichst niedrigen Beitragssatz, wobei beide Beträge in direkter Abhängigkeit stehen. Empfohlen wird, die monatliche Rentenhöhe zwischen 70 und 100 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens anzusiedeln. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die Kaufkraft im Laufe der Jahre wahrscheinlich sinkt. Ein etwas höherer Abschluss ist daher ratsam, wenn die Beitragszahlung gesichert werden kann.

Wichtige Kriterien für den Abschluss

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat eine lange Laufzeit, vieles kann sich ändern. Wechseln Sie zum Beispiel den Job, sollte die Versicherung ohne neuerliche Gesundheitsprüfung weiterlaufen. Bei einer Erhöhung des Renteneintrittsalters ist es zweckmäßig, wenn die Versicherung flexibel „mitwächst“.

Ein Kriterium ist auch, welche Dauer der Berufsunfähigkeit in der ärztlichen Prognose genannt sein muss, damit die Versicherung greift. Üblich sind drei Jahre (früher „dauerhaft“), aber auch kürzere Zeiträume sind möglich und dann zu empfehlen. 

Schon weil der Berufsunfähigkeitsschutz nicht gefährdet werden sollte, ist von einer Koppelung mit anderen Versicherungen abzuraten. So bleibt Ihnen zum Beispiel die Möglichkeit, Ihre Lebensversicherung im Notfall aufzugeben, ohne dass die  Berufsunfähigkeitsversicherung davon tangiert wird. 

Mann verzweifelt am Job

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01.08.2017 15:45
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