Was ist ein Vermächtnis? Die wichtigsten Fakten in Kürze

Montag, 14.08.2017

Das Erbrecht trennt die Begriffe Erbe und Vermächtnis. Per Vermächtnis kann ein bestimmter Gegenstand oder ein begrenztes Recht an eine Person „vermacht“ werden. Der Begünstigte erwirbt dadurch jedoch keinen automatischen Anspruch auf einen Teil des Erbes. 

Ein Erbberechtigter kann vom Erblasser zusätzlich auch im Vermächtnis bedacht werden und wird so zugleich zum Vermächtnisnehmer. Auf der anderen Seite ist ein Vermächtnisnehmer nicht automatisch auch Erbe.     

Die Auswirkungen in der Praxis

Wenn Sie im Vermächtnis eines Verstorbenen mit einem bestimmten Gegenstand bedacht werden, hat in der Regel der Erbe (beziehungsweise der Testamentsvollstrecker) das Recht, den Zeitpunkt der Übergabe zu bestimmen. Ausnahme: Der Erblasser hat im Vermächtnis anderes verfügt.

Die Aushändigung erfolgt also nicht automatisch. Um den letzten Willen des Erblassers geltend zu machen, müssen Sie sich als  Vermächtnisnehmer an den Erben wenden.  

Wenn ein Erbe außerdem im Vermächtnis bedacht ist, erhält er den Gegenstand wie etwa ein Familienschmuckstück, meist zusätzlich zu seinem Erbteil. Bei einer Verteilung auf mehrere Erben mindert das Vermächtnis damit üblicherweise nicht seinen Anteil am Nachlass.

Das zählt zum Vermächtnis

Das Bürgerliche Gesetzbuch schränkt nicht ein, was ein Vermächtnis beinhalten darf. Meist handelt es sich um einen Sachwert, also einen bestimmten Gegenstand. Vermacht werden können aber auch Bargeld oder bestimmte Rechte, beispielsweise eine Immobilie aus dem Nachlass-Besitz zu bewohnen. In allen Fällen hat der Begünstigte zwar einen schuldrechtlichen Anspruch gegenüber dem „Beschwerten“, er muss diesen jedoch durchsetzen, im schlechtesten Falle vor Gericht. Hat der Erblasser nichts anderes bestimmt, handelt es sich bei dem Beschwerten um den Erbberechtigten. 

Wie sieht ein Vermächtnis aus?

Ein Vermächtnis ist Teil des Testaments, das damit zwingend vorhanden sein muss. Formale Vorschriften für das Vermächtnis existieren nicht. Die Person, der ein Gegenstand oder das Recht vermacht werden soll, muss lediglich benannt werden, je eindeutiger, desto besser. Klare Formulierung wie: „Ich vermache meine Briefmarkensammlung…“ beugen Streitigkeiten vor.

Bei hohen Werten ist eine Anmerkung von Vorteil, dass es sich um ein Vermächtnis handelt und nicht um eine Erb-Einsetzung. 

Frau mit Erbstück

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