Was der Mietvertrag enthalten sollte

Mittwoch, 08.03.2017

In einem Mietvertrag wird vereinbart, zu welchem Preis der Vermieter dem Mieter das Objekt überlässt. Vieler Paragraphen bedarf es dabei nicht. Oft gilt sogar: Je dicker das Vertragswerk, desto mehr Pflichten gehen auf den Mieter über.

Um einen Mietvertrag abzuschließen, braucht es strenggenommen nicht einmal die schriftliche Form. Sind sich Mieter und Vermieter über das Mietobjekt und die Miethöhe einig, genügt die mündliche Absprache. Auch so kommt ein rechtsgültiger Vertrag zustande, der unbefristet gilt.

Schriftform für beiderseitige Rechtssicherheit

Dennoch ist es durchaus sinnvoll, einen Mietvertrag schriftlich zu besiegeln. Die Gefahr von Streitfällen wird so minimiert und Probleme lassen sich später leichter klären. Der Mietvertrag sollte neben den Daten für Vertragsabschluss und Mietbeginn auch die möglichst exakte Adresse (gegebenenfalls mit Etage) und die Größe des Mietobjektes enthalten. Hinzu kommen die Namen und die Adressen der Vertragspartner, also von Mieter und Vermieter. Außerdem müssen die Miethöhe und die jeweilige Fälligkeit der Raten aus dem Schriftstück hervorgehen. Der unterzeichnete und gescannte Vertrag kann zum Beispiel per E-Mail oder Telefax verschickt werden. Die Originalunterschrift braucht es nur bei einer Vereinbarung der Schriftform.

Details genau beachten

Mietverträge sind unbefristet gültig, eine Befristung ist jedoch möglich. Will der Vermieter die Vertragslaufzeit begrenzen, muss er dies begründen. Möglich ist dies zum Beispiel durch die geplante Eigennutzung.

Bei der Höhe der monatlichen Mietzahlungen genügt die Nennung des vereinbarten Mietbetrages, üblich ist jedoch eine genauere Aufschlüsselung. So muss der Vermieter die laufenden Betriebskosten übernehmen, wenn der Mietvertrag dies nicht anders vorsieht. In den meisten Fällen werden die Betriebskosten (Nebenkosten) zusätzlich zur Grundmiete auf den Mieter umgelegt. Er zahlt eine monatliche Vorauszahlung, abgerechnet wird mit dem Jahresabschluss.

Eine schriftliche Regelung benötigen auch Staffelmieten. Darin muss enthalten sein, wann die nächste Erhöhung greift und um welchen Betrag die Miete steigt. Wird die Miete beispielsweise an den Preisindex für die Lebenshaltung gekoppelt, ist das Prozedere ebenfalls genau darzulegen.  

Was Mieter bei Vertragsabschluss wissen sollten

Viele Klauseln in Mietverträgen, zum Beispiel genaue Vorgaben zum Malern der Räumlichkeiten oder ein allgemeines Verbot zur Haustierhaltung, sind unzulässig. Das heißt aber nicht, dass Sie als Mieter gegen diese Paragraphen Einspruch erheben müssen: Gerade weil die Darlegungen im Vertrag rechtlich nicht statthaft sind, sind sie unwirksam. Das Risiko des Widerspruchs lohnt daher nicht. Lassen Sie es lieber unerwähnt, ehe der Vertragsabschluss unnötig scheitert.

Anders stellt sich die Situation dar, wenn zum Beispiel die Quadratmeterzahl des Mietobjekts nicht genannt wird. Achten Sie darauf, dass die Fläche im Mietvertrag aufgeführt wird. Sollte sich nämlich später herausstellen, dass die Quadratmeterzahl mehr als zehn Prozent kleiner ist, können Sie aufgrund der falschen Angaben den Mietbetrag entsprechend reduzieren.

Courtage ist nicht unbedingt Mietersache

Makler-Courtage und Mietkaution sind zulässig, aber an strenge Auflagen gebunden. So darf der Makler maximal zwei Monatsmieten fordern, ohne Nebenkosten aber zuzüglich Mehrwertsteuer. Die Rechnung geht an denjenigen, der den Maklerauftrag erteilt hat. In den meisten Fällen ist das der Vermieter.  

Bei der Kaution sind drei Monatsmieten zulässig, die der Mieter trägt. Die Kaution kann in drei Raten gezahlt werden, fällig wird die erste Rate mit Mietbeginn. Geht das Geld auf ein Konto des Vermieters, muss er es zu üblichen Konditionen verzinsen. Der Mieter erhält am Ende der Vertragslaufzeit die Kaution plus Zinsen wieder ausgezahlt.      

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08.03.2017 08:29
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