Wann bekomme ich Arbeitslosengeld 1?

Montag, 12.06.2017

Der Bezug von Arbeitslosengeld 1 ist an feste Voraussetzungen geknüpft. Eine davon ist, dass Sie selbst aktiv werden, denn ohne persönliche Anmeldung gibt es kein Geld. Hier die wichtigsten Punkte zum Bezug von Arbeitslosengeld.

Der Bezug von Arbeitslosengeld 1 setzt zunächst voraus, dass Sie in keinem Beschäftigungsverhältnis stehen. Der häufig verwendete Begriff „beschäftigungslos sein müssen“, ist allerdings irreführend: Tätigkeiten unter 15 Stunden pro Woche stehen dem Arbeitslosengeld nicht entgegen.

Die Anwartschaft

Arbeitslosengeld 1 können Sie nur erhalten, wenn Sie zuvor eingezahlt haben, also einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgegangen sind – und zwar mindestens für zwölf Monate in den zurückliegenden zwei Jahren (genauer: mindestens an 360 Tagen). 

Wie so oft gibt es jedoch Ausnahmen, denn bei der sogenannten „kurzen“ Anwartschaft ist der Bezug von Arbeitslosengeld ebenso möglich. Drei Kriterien sind dafür maßgeblich: Sie müssen in den zurückliegenden 24 Monaten mindestens sechs Monate versicherungspflichtig gearbeitet haben, überwiegend Jobs gehabt haben, die von vornherein auf maximal zehn Wochen befristet waren und ihr 12-Monate-Bruttolohn darf eine gewisse Grenze nicht überschreiten. Diese liegt bei circa 35.000 Euro (Osten ca. 32.000). Wichtig zudem: Sie müssen dies der Bundesagentur für Arbeit zur Kenntnis bringen und nachweisen.

Die Antragstellung

Der Antrag auf Arbeitslosengeld 1 muss persönlich gestellt werden. Dazu füllen Sie den Antrag auf Arbeitslosengeld aus, der auch online verfügbar ist.

Fristen der Antragstellung

Die Bundesagentur für Arbeit drängt darauf, dass der Antrag auf Arbeitslosigkeit so früh wie möglich gestellt wird. Haben Sie bereits davon Kenntnis, sollten Sie den Weg zum Arbeitsamt spätestens drei Monate vor Ende des Beschäftigungsverhältnisses antreten.

Erfahren Sie es erst später, sollten bis zur Antragstellung höchstens drei Tage vergehen. Ist die Arbeitslosigkeit bereits eingetreten, ist spätestens am Folgetag die Anmeldung erforderlich. Bei Fristüberschreitungen droht eine Sperrzeit von einer Woche.

Pflichten für Arbeitslosengeldempfänger

Halten Sie sich nicht an die Regeln, kann das Arbeitslosengeld 1 auch nach Gewährung gekürzt oder gestrichen werden.

Die Schlüsselbegriffe: Sie haben eine Mitteilungs- und Mitwirkungspflicht. Das bedeutet, Sie müssen dem Arbeitsamt alle relevanten Fakten wahrheitsgemäß darlegen und zu Terminen des Amtes pünktlich erscheinen.

Vor allem aber müssen Sie sich selbst bemühen, eine neue Arbeit zu finden. Das setzt nicht nur Ihre Verfügbarkeit voraus, sondern beinhaltet auch das Schreiben von Bewerbungen, die Teilnahme an Weiterbildungen und vieles andere mehr. 

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