Verkehrsverstöße im Ausland: So verhalten Sie sich richtig

Dienstag, 14.03.2017

Bei Verkehrsverstößen im Ausland drohen Autofahrern teilweise drastische Geldstrafen. Mehrere Tausend Euro Bußgeld können für Geschwindigkeitsübertretungen oder Fahren unter Alkoholeinfluss verhängt werden. 

Knöllchen aus dem Ausland zu ignorieren, ist laut ADAC grundsätzlich keine gute Idee. Fahrverbot, Führerscheinentzug oder Punkte in Flensburg drohen Ihnen hierzulande zwar nicht, das Eintreiben der Bußgelder durch deutsche Gerichte ist jedoch rechtens. Da damit erhebliche Mehrkosten verbunden sein können, sollte der geforderte Betrag lieber früher als später beglichen werden.

Viele Länder gewähren zudem hohe Rabatte, wenn Sie Strafen für Verkehrssünden schnell bezahlen. Bis zu 50 Prozent der Bußgelder werden Ihnen zum Beispiel in Großbritannien, Griechenland, Slowenien und Spanien erlassen. In Italien sind es immerhin 30 Prozent, aber nach 60 Tagen Zahlungsverzug verdoppelt sich hier die ursprüngliche Strafgebühr.

Verkehrsverstöße im Ausland: Halter-Daten europaweit ausgetauscht

Fast alle EU-Staaten haben den gegenseitigen Rahmenbeschluss zur Geldsanktionenvollstreckung unterzeichnet, nur Griechenland und Irland fehlen noch. Auch Bußgelder aus der Schweiz werden bislang noch nicht durch das Bundesministerium der Justiz in Bonn eingetrieben. Als säumiger Verkehrssünder bleiben Sie jedoch in den nationalen Strafregistern gespeichert. Wollen Sie innerhalb der Verjährungsfrist, die bis zu fünf Jahre beträgt, erneut in das Land einreisen, droht Ihnen als Bußgeldsünder am Flughafen oder bei einer Verkehrskontrolle die Festnahme.

Spezialfall: Schreiben vom Inkassobüro

Kommt der Mahnbescheid der ausländischen Kommune über ein privates Inkassobüro, empfiehlt der ADAC, das Schreiben zunächst auf Richtigkeit vor allem in Bezug auf das Datum und das Vergehen zu überprüfen. Hier ließen sich in vielen Fällen Fehler nachweisen. Bevor Sie Einspruch erheben, können Sie in Ruhe das Folgeschreiben eines Anwalts oder einer Behörde abwarten. Darauf sollten Sie dann allerdings umgehend mit einem Widerspruch reagieren. Als Begründung verweisen Sie auf die ausschließliche Zuständigkeit deutscher Gerichte für die Vollstreckung. Inkassogebühren sind laut Automobilklub nicht zulässig, lediglich das Bußgeld und die Verwaltungskosten. 

Strafzettel

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14.03.2017 09:16
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