Verbraucherschutz: Produkttests von Relevanz

Mittwoch, 03.05.2017

Die Deutschen lassen sich die Güte von Produkten und Dienstleistungen gerne beglaubigen, am besten noch vor dem Kauf. Qualitätssiegel wie ein „sehr gut“ der Stiftung Warentest oder von Öko-Test sind daher ein echtes Verkaufsargument. Und die Konkurrenz auf dem Testmarkt wächst. 

Die Stiftung Warentest gibt seit mehr als 50 Jahren Bewertungen ab. Ganz m Sinne einer objektiven Beurteilung der Marken, Produkte und Dienstleistungen wird ihre Arbeit sogar mit Steuergeldern unterstützt. Ein nachvollziehbarer Ansatz, denn letztlich geht es um aktiven Verbraucherschutz.  

Der vielfältige Markt der Produkttester

Nimmt man einen breiteren Blickwinkel ein, ist der Markt der Produkttester heute bunter und vielfältiger denn je. Millionen User werden ganz ohne Bezahlung zu gesuchten Testern, wenn sie ihre Käufe oder gebuchten Dienstleistungen bewerten. Was wäre der Online-Gigant Amazon ohne sie wert? Weit weniger, das ist sicher.

Fachzeitschriften wie CHIP veröffentlichen regelmäßig Tests zu Produkten aus ihrem Spezialgebiet. Auch Magazine wie „Spiegel“ und „Focus“ mischen im Testbereich mit. 2016 kam mit TESTBILD ein neues Magazin auf den Markt, angeblich das „härteste Testmagazin Deutschlands“ (Springer-Verlag).

Ob Verbraucher-, Fach- oder Testmagazin: Alle Anbieter leben von ihrer Glaubwürdigkeit und einem gewissen Maß an Kompetenz. Punkten kann jeder der Anbieter letztlich auf einem anderen Gebiet: Beim testenden Nutzer ist es vor allem die Addition der Stimmen und die große Praxisnähe. Fachzeitschriften werfen die hohe Sachkompetenz ihrer Redaktionen in die Waagschale. Bei Stiftung Warentest sind es die Bekanntheit und das professionelle Herangehen. Rund 100.000 Produkte hat man über die Jahre erfolgreich getestet, da wird die Kompetenz nicht mehr in Zweifel gezogen.  

Wie geht die Stiftung Warentest vor?

Der Test eines Produktes bei der Stiftung Warentest ist alles andere als spontan. Es ist ein monatelanger Prozess mit Diskussionen über die relevanten Prüfkriterien und die beste Vorgehensweise. Steht der Prüfplan, werden die entsprechenden Testprodukte erworben. Die Einkäufer bleiben anonym, die Ware stammt direkt aus dem Einzelhandel. Getestet wird in unabhängigen Labors, die von der Stiftung beauftragt werden. 

Mit all diesen Schritten soll verhindert werden, dass die Anbieter Einfluss auf die Tests nehmen können. Ließen sich Manipulationen nachweisen, wäre ein „sehr gut“ sonst schnell nichts mehr wert, gerade im Vergleich zu den Sterne-Bewertungen tausender privater Nutzer.  

Wie wird bei Öko-Test gearbeitet?

Anders als häufig angenommen ist Öko-Test keine Marke der Stiftung Warentest, sondern vielmehr einer der wichtigsten Konkurrenten. Auch bei Öko-Test wurden mittlerweile mehr als 100.000 Produkte getestet, wobei der Fokus auf Fragen wie der Umweltverträglichkeit oder möglicher Gesundheitsgefährdungen für den Menschen liegt. Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen fließt dabei zwar in die Bewertung ein, garantiert aber noch kein positives Testergebnis.  

Öko-Test setzt ebenso wie die Stiftung Warentest auf den anonymen Einkauf der Testprodukte und die Kooperation mit unabhängigen Prüfinstituten. Eigene Labors werden nicht unterhalten.  

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03.05.2017 15:30
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