Unverheiratet eine Immobilie kaufen: Darauf müssen Sie achten

Donnerstag, 31.08.2017

Wenn Unverheiratete gemeinsam ein Haus erwerben, empfiehlt sich dringend ein notarieller Vertrag. Üblich sind ein Partnerschaftsvertrag und zusätzlich ein Testament oder Erbvertrag für den Fall, dass einer der Eigentümer stirbt. 

Unverheiratet ein Haus zu kaufen, wird im Falle einer Trennung oder des Todes eines der Lebenspartner schnell zu einem Problem. Wenn Paare ohne Trauschein gemeinsam eine Immobilie erwerben, sollte daher ein notarieller Vertrag über das Immobilieneigentum aufgesetzt werden. Der Notar berät Sie dabei, wie die Eigentumsverhältnisse anteilig aber gerecht geregelt werden können. Zugleich wird festgeschrieben, was bei einer Trennung oder im Todesfall mit dem gemeinsam gekauften Haus geschieht.

Während bei Verheirateten ohne Ehevertrag jeder Zugewinn während der Ehe im Scheidungsfall halbiert wird – und der Ehepartner auch automatisch erbberechtigt ist – befinden sich Unverheiratete mit gemeinsamem Immobilienbesitz in einem rechtsfreien Raum. Ohne Vertrag muss später geklagt werden, um Rechte am Besitz geltend zu machen. Das kostet Nerven, Zeit und Geld. Zudem ist der Ausgang keineswegs gesichert.

Haus kaufen: Grundbucheintrag entscheidend

Existiert kein notarieller Vertrag oder eine zu diesem Zweck gegründete GbR, gehört bei Unverheirateten das gemeinsame Haus offiziell nur demjenigen, der im Grundbuch eingetragen ist. Bringen Paare in unterschiedlicher Höhe Kapital oder Eigenleistung ein, kann der Eigentumsanteil prozentual angepasst werden.

Wichtig sind Regelungen, was im Falle einer Trennung mit der Immobilie passiert. Wer darf weiter darin wohnen. Wird dem Ex-Partner ein Vorkaufsrecht für den anderen Eigentumsanteil eingeräumt? In welcher Höhe und wie wird der andere ausgezahlt, einmalig oder in Raten?  Wie wird der Wert der Immobilie ermittelt?

Ernstfall bedenken

Auch wenn viele Paare das Thema gerne aussparen würden: Beim Hauskauf ist es für Unverheiratete ratsam, schon zu Lebzeiten an den Tod eines der Partner zu denken. Der Überlebende darf in einem Testament oder Erbvertrag mit dem gemeinsam angeschafften Wohneigentum und dem Hausrat bedacht werden, wenn für den Pflichtanteil der gesetzlichen Erben andere Werte verwendet werden können.

Ohne Regelungen greift einzig die gesetzliche Erbfolge. Die Eltern des Verstorbenen haben damit Anspruch auf den Anteil der gemeinsam gekauften Immobilie laut Grundbucheintrag, (bei kinderlosen Paaren). Um den Zwangs-Auszug des unverheirateten Partners oder eine Teilversteigerung durch die Familienerben zu verhindern, kann dem länger lebenden Partner per Testament beispielsweise ein dauerhaftes Wohnrecht eingeräumt werden.

Maklerin verkauft Haus an ein Paar

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