So schützen Sie Ihr Kind vor Gefahren im Internet

Samstag, 10.06.2017

Kinder lernen schnell. Gerade wenn sie sich für Themen interessieren, sind sie hellwach und aufnahmebereit. Da das Internet und die sozialen Netzwerke ab einem bestimmten Alter zum Leben gehören, ist eines besonders wichtig: für potentielle Gefahren zu sensibilisieren.  

99 Prozent aller Kinder und Jugendlichen über 12 Jahren nutzen das Internet. Bei den Sechs- und Sieben-Jährigen ist es in Deutschland schon fast jeder Zweite. Im Alter von acht und neun Jahren liegt die Quote bei über 80 Prozent. Als Eltern können Sie sich also ziemlich sicher sein: Mit den Möglichkeiten des Netzes ist Ihr Sprössling vertraut. Ob das auch für mögliche Gefahren gilt, ist weit weniger sicher. Statt wenig sinnvoller Verbote bei der Mediennutzung heißt das Motto daher: Liebe Eltern, machen Sie sich selber schlau, dann reden Sie mit Ihrem Kind. Das kann für beide Seiten fruchtbar sein.  

Die Gefahren im Netz

Wer sich und andere schützen will, muss die Gefahren kennen. Diese Weisheit ist genauso alt wie richtig. Beim Umgang mit dem Internet hängt sie allerdings sehr mit der Nutzung zusammen. So birgt die Dauernutzung von Facebook und Co. vielleicht die Gefahr, zum „gläsernen Menschen“ zu werden und alles von sich preizugeben. Beim Chat in der Clique wird schnell jemand gemobbt und kann dem online kaum entfliehen. Das Surfen wiederum führt auch ohne Absicht in pornografische Gefilde, die Kindern ein falsches Bild von Sexualität vermitteln.

Wenn Sie wissen, was Ihr Kind im Internet beschäftigt und welche Dienste es nutzt, können Sie leichter das Gespräch darauf lenken. Natürlich: Auch ein genereller Leitfaden „Gefahren im Internet“ ist nicht ganz umsonst: „… schau mal mein Sohn, hier habe ich was zum Lesen für Dich“, doch profitiert hier eher das elterliche Gewissen als Ihr Kind.

Die größten Gefahrenquellen – und was Sie tun können:  

Persönliche Daten

Gefahr: Wenn das Internet einer Währung zum Durchbruch verholfen hat, dann den persönlichen Daten. Sie sind begehrt und ihre Preisgabe wird gerade in den Communities hoch belohnt. Kinder sind hier sehr freizügig, was nicht nur eine Spam-Flut im Postfach verursacht, sondern auch unangenehme Bekannte zur Folge haben kann.

Schutz: Raten Sie dazu, möglichst wenige persönliche Angaben zu machen. Sehen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind die Filterfunktionen von Diensten wie WhatsApp an und verhindern Sie so zum Beispiel den Abgleich mit dem Adressbuch. Thematisieren Sie den Unterschied zwischen privaten Freunden aus dem Lebensumfeld und Chat-Bekanntschaften, und diese voneinander zu trennen. Für den großen Chat genügt der Nickname mit einer zweiten E-Mail-Adresse.

FSK18-Inhalte

Gefahr: Sex und Gewalt bietet das Internet in reicher Auswahl. Zu glauben, dass Kinder diese Seiten nicht sehen, wäre naiv, selbst wenn nicht aktiv danach gesucht wird. Die Gefahren, die daraus resultieren, sind meist eher langfristiger Natur: ein schräges Bild von Sexualität, eine gewisse Verrohung, latenter Rassismus usw. Den direkten Bezug von Ursache und Wirkung zu beweisen, wäre schwer. Doch um Beweise wird es Eltern nicht gehen.

Schutz: Natürlich gibt es Kinderschutzsoftware, aber ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Oft starten sie hoffnungsvoll wie „Kinder Server“, müssen dann aber doch kapitulieren. Einen Versuch für die Jüngsten ist es dennoch wert. Alternativen? Sind vage. Die Hoffnungen liegen in der Erziehung zu Toleranz und gutem Geschmack. Treffen Sie auf Seiten, die gegen das deutsche Gesetz verstoßen, melden Sie diese konsequent den Behörden. 

Urheberrechte

Gefahr: Für illegales Streaming und Filesharing drohen empfindliche Geldstrafen. Gerade in der EU wird verstärkt versucht, im Sinne der Urheber gegen die gängige Praxis vorzugehen. 

Schutz: Erklären Sie klipp und klar, dass hier geltendes Recht gebrochen wird. Wer seinem Kind ein legales Download- oder Streaming-Abo spendiert, ist auf der sicheren Seite.

Die Liste der Gefahren wäre erweiterbar – von den gewagten Posts, die noch Jahre später im Netz kursieren, über Abo-Fallen und die Abzocke bei Gewinnspielen bis hin zu ekligen Versuchen der pädophilen Annährung in Chats. Thematisieren Sie die Gefahren. Das ist der beste Weg.   

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