So erhalten Sie Kurzarbeitergeld

Dienstag, 30.05.2017

Wenn ein Unternehmen Kurzarbeit anordnet, bedeutet das für die Beschäftigen nicht nur weniger Arbeit, sondern auch weniger Geld. Die finanziellen Einbußen werden vom Staat mit Lohnzuschüssen abgefedert, um Entlassungen zu vermeiden. So bekommen Sie Kurzarbeitergeld.

Sie müssen sich als Arbeitnehmer um nichts kümmern, keinen Antrag stellen, keine Frist einhalten. Es läuft für Beschäftigte alles automatisch. Sie erhalten das Kurzarbeitergeld direkt vom Arbeitgeber zusammen mit dem reduzierten Gehalt, entsprechend dem Umfang der Kurzarbeit.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Die Differenz zu Ihrem bisherigen Nettolohn wird vom Kurzarbeitergeld nicht vollständig ausgeglichen. Wenn Kinderfreibeträge in Ihrer Lohnsteuerkarte eingetragen sind (mindestens 0,5), beträgt der Anteil der staatlichen Zuschüsse 67 Prozent. Ansonsten erhalten Sie 60 Prozent der Differenz.

Kurzarbeitergeld: Ein Beispiel

Wenn Kurzarbeit angeordnet wird und die Beschäftigung auf zwei Drittel der Arbeitszeit sinkt, reduziert sich ein Nettogehalt von 1.500 Euro anteilig auf 1.000 Euro. Ein Arbeitnehmer mit Kinderfreibetrag erhält die Differenz von 500 Euro zu 67 Prozent aufgestockt, das entspricht 337 Euro. Damit bekommt er nun monatlich insgesamt 1.337 Euro ausgezahlt.

Vorteile für beide Seiten

Der Arbeitgeber profitiert ebenfalls vom Kurzarbeitergeld. Er kann in schwierigen wirtschaftlichen Situationen Kündigungen vermeiden, spart Abfindungszahlungen und hält seine Fachkräfte im Unternehmen. Die Zuschüsse vom Staat sind in der Regel auf zwölf Monate befristet, in Ausnahmefällen kann Kurzarbeitergeld bis maximal 24 Monate gezahlt werden.

Arbeitgeber in der Meldepflicht

Kurzarbeit ist durch den Arbeitgeber oder den Betriebsrat bei der für die Firma zuständigen Agentur für Arbeit zu melden. Je nach Umfang der reduzierten Arbeitszeit wird für jeden einzelnen Beschäftigten Antrag auf Zahlung von Kurzarbeitergeld gestellt. Die Lohnzuschüsse stammen aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung.

Pflichten für Kurzarbeiter

Wer Kurzarbeitergeld erhält, muss im vollen Umfang dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das Arbeitsamt kann Termine anordnen oder auch eine weitere Beschäftigung. Weigerungen werden mit einer befristeten Sperre des Kurzarbeitergelds bestraft. Da alle zusätzlichen Einkünfte das Kurzarbeitergeld reduzieren, sind Nebentätigkeiten unverzüglich zu melden.

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