Schimmel in der Mietwohnung: Wer trägt den Schaden?

Mittwoch, 24.05.2017

Die Rechtslage ist eindeutig: Der Verursacher zahlt für alle Schäden, die durch Schimmel entstehen. Den wahren Schuldigen zu ermitteln, kann allerdings schwierig sein. Wurde nicht ausreichend gelüftet und hat somit der Mieter den Schaden zu tragen? Oder sind Baumängel die Ursache, was Sache des Vermieters wäre? Ohne Gutachten geht es bei Schimmel-Schäden oft nicht.

Meldet der Mieter seinem Vermieter, dass sich Schimmel in der Mietwohnung bildet, bekommt er meist zu hören, dass er falsch lüftet und zu wenig heizt. Das Gegenteil zu beweisen, um die Beseitigung des Schimmels auf Kosten des Vermieters durchzusetzen, ist eine Angelegenheit für den Schimmel-Gutachter. Klären Sie zunächst mit Ihrem Vermieter, ob er bereit wäre, die Kosten für eine unabhängige Einschätzung durch Experten von TÜV oder Dekra zu akzeptieren. Ziehen Sie vor Gericht, wird ebenfalls ein Gutachten erstellt, für das dann der Verlierer zahlt.

Gutachter hinzuziehen

Die Gutachter messen die Feuchtigkeit und die Sporendichte der krankheitserregenden Schimmelpilze in der Mietwohnung und im Mauerwerk des Hauses. Daraus ergibt sich häufig eine geteilte Schuld von Mieter und Vermieter. Meist einigen sich die beiden Parteien außergerichtlich darauf, dass der Vermieter die Schäden auf eigene Kosten beseitigt, während der Mieter für die Zukunft regelmäßiges Stoßlüften und ausreichendes Heizen garantiert.

Ursache für Schimmel in Mietwohnung beseitigen

Sind allein Baumängel Schuld am Schimmel in der Mietwohnung, ist der Vermieter in der Pflicht, für alle entstandenen Schäden aufzukommen und zugleich die Ursachen des Problems zu beseitigen. Das können zum Beispiel ein unbemerkt gebliebener Wasserschaden oder eine zu starke Abdichtung durch Kunststofffenster sein.

Mietminderung bei Schimmel in der Mietwohnung

Bei Schimmel in der Mietwohnung kann der Mieter sofort die Miete kürzen oder nur unter Vorbehalt zahlen. Selbst bei Eigenverschulden durch falsches Heizen und Lüften werden bis zu zehn Prozent Mietminderung bis zum Beseitigen der Schäden von den Gerichten akzeptiert. Bei starkem Befall sind bis zu 80 Prozent Mietminderung möglich.

Möbel darf ein Mieter übrigens so dicht an die Wände seiner Mietwohnung stellen, wie er möchte. Entsprechende Versuche von Vermietern, vor Gericht einen Mindestabstand zu erzwingen, wurden bisher alle abgeschmettert.

Weitere Themen aus dem Bereich Mietrecht.

Schimmel in der Mietwohnung: Wer trägt den Schaden?

Weitere Artikel

article
7486
Die Rechtslage ist eindeutig: Der Verursacher zahlt für alle Schäden, die durch Schimmel entstehen. Den wahren Schuldigen zu ermitteln, kann allerdings...
/news/ratgeber/schimmel-in-der-mietwohnung-wer-traegt-den-schaden
24.05.2017 10:00
http://www.advopedia.de/var/advopedia/storage/images/news/ratgeber/schimmel-in-der-mietwohnung-wer-traegt-den-schaden/145065-1-ger-DE/schimmel-in-der-mietwohnung-wer-traegt-den-schaden_contentgrid.jpg
Ratgeber

Kommentare