Scheidung: Was bedeutet der Ausgleichswert?

Mittwoch, 04.10.2017

Bei einer Scheidung werden die Versorgungsansprüche der Ehepartner ausgeglichen. Damit soll erreicht werden, dass beide Partner gleichberechtigt von den Anwartschaften profitieren. Berücksichtigung finden alle Ansprüche für Altersrente und Erwerbsunfähigkeit, die während der Ehe erworben wurden. 

Geregelt ist dieser Ausgleich im Versorgungsausgleichgesetz (VersAusglG). Einbezogen werden alle gesetzlichen und privaten Anrechte im In- und Ausland.

Grundlegende Regelungen

Das Versorgungsausgleichgesetz umfasst 54 Paragraphen. Die Entscheidung, wem welcher Teil aus den unterschiedlichen Anwartschaften zusteht, obliegt dem Familiengericht. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein Verzicht auf den Ausgleichswert möglich. Das gilt bei einem geringen Ausgleichswert, zum Beispiel unter 25,20 Euro bei der Rente und bei einer Ehedauer unter drei Jahren.

Es besteht Auskunftspflicht

Die Ehepartner sind verpflichtet, ihre in der Ehe erworbenen Anwartschaften vollständig offen zu legen. Die Unterlagen kommen, soweit hier verfügbar, vom gesetzlichen Versicherungsträger. Hier werden die Ansprüche bereits abgeglichen und in aufbereiteter Form dem Familiengericht zur Verfügung gestellt.

Um welche Anwartschaften geht es im Einzelnen?

Es werden folgende während der Ehe erworbenen Anwartschaften berücksichtigt:

  • Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Anrechte aus berufsständischen Versorgungssystemen
  • Anrechte aus der Beamtenversorgung
  • Anwartschaften aus einer betrieblichen Altersvorsorge
  • Ansprüche aus einer privaten Altersvorsorge
  • Ansprüche aus privaten Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- oder Invaliditätsversicherungen

Kann der Ausgleichswert später geändert werden?

In Einzelfällen besteht die Möglichkeit, den Versorgungsausgleich wieder zu streichen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der geschiedene Partner vor Erreichen des Rentenalters stirbt. Eine neue Ehe hat keinen Einfluss auf die gerichtlich getroffene Vereinbarung.

Sollten die Ehepartner bei der Scheidung schon Rente beziehen, hat das keinen Einfluss auf den Versorgungsausgleich. Auch in diesem Fall werden die künftigen Ansprüche und die Verfahrenskosten geteilt.

Zerstrittenes Ehepaar

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