Rückgaberecht beim Versandhandel: Was ist zu beachten?

Freitag, 17.03.2017

Seit Mitte 2014 gilt für private Verbraucher aller EU-Länder ein einheitliches Widerrufsrecht für Fernabsatzverträge. Darin ist das Rückgaberecht für Einkäufe geregelt, die nicht in einem stationären Geschäft getätigt werden, sondern im Versandhandel über Internet oder Telefon, an der Haustür, auf einer Kaffeefahrt oder Shoppingparty.

Bestellen Sie Ware außerhalb der EU, können Sie beim Kaufvertrag darauf drängen, dass Ihre nationalen Rechte Anwendung finden. Ansonsten gelten die Gesetze des Landes, in dem der Händler seinen Sitz hat.

Während der Verkäufer im Ladengeschäft keine Pflicht zur Rücknahme von Waren hat, dürfen Sie Fernabsatzverträge innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Das vereinheitlichte Rückgaberecht der EU gilt jedoch nicht für Hygiene-Artikel, Dienstleistungen, verderbliche, personalisierte oder versiegelte Ware, die geöffnet wurde.

EU-Regelung schärfer als früheres deutsches Recht

Als Verbraucher sind Sie dazu verpflichtet, Ihren Widerruf eindeutig zu erklären. Die bloße Annahmeverweigerung oder wortlose Rücksendung der Waren, wie sie nach deutschem Recht früher möglich war, genügt nicht. Die Mitteilung Ihres Widerrufs kann formlos mit einem Satz geschehen („Ich widerrufe den Vertrag.“), per Telefon, Post, Mail oder Fax oder als Zettel im Paket mit der Retoure. Auf der sicheren Seite sind Sie bei Streitigkeiten mit schriftlichen Mitteilungen, bei teuren Produkten am besten per Einschreiben. Viele Onlineshops stellen auf ihrer Website Formulare für den Widerruf zur Verfügung. 

Rückgaberecht: 14 Tage Zeit für Widerruf

Ab dem Zeitpunkt des Widerrufs haben Sie weitere 14 Tage Zeit für die Rücksendung. Nach geltendem Rückgaberecht haben Sie keinen Anspruch auf eine kostenlose Retoure, einige Händler gewähren sie jedoch freiwillig. Die Regelung, dass Ware im Bestellwert von mehr als 40 Euro kostenlos zurückgeschickt werden kann, ist veraltet und ungültig.

Der Händler hat Ihnen spätestens innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Artikel das Geld einschließlich der Hinsende-Portogebühren zu erstatten. Ausnahme: Sie haben eine teurere Versandmethode als Standardlieferung gewählt. Diese Mehrkosten tragen Sie. Beschädigte Ware können Sie ebenfalls innerhalb der Widerrufsfrist zurückgeben, anschließend aber nur die Gewährleistung (Reparatur oder Nachbesserung) verlangen.

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17.03.2017 16:50
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