Reise-Souvenirs aus dem Urlaub: Was darf mit und was nicht?

Samstag, 03.06.2017

Geschützte Tiere und Pflanzen, nationale Kulturgüter, Bargeld in großen Summen, Drogen, Waffen, Munition und Arzneimittel gehören zu der Kategorie Mitbringsel, die man sich verkneifen sollte. Das ist erlaubt und verboten, wenn Sie Reise-Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen wollen: 

Die Einfuhrbestimmungen des deutschen Zolls unterscheiden sich danach, woher der Reisende stammt und aus welchem Land er nach Deutschland einreist. Danach ergeben sich drei Gruppen: Reisen von EU-Bürgern innerhalb der EU, EU-Bürger, die aus einem Nicht-EU-Staat zurückkehren und Nicht-EU-Bürger, die als Tourist oder Geschäftsreisender nach Deutschland kommen.

Auch in der EU nicht alles erlaubt

Die wenigsten Beschränkungen gelten bei Reisen innerhalb der Europäischen Union. Keine gute Idee als Mitbringsel sind jedoch Drogen, Pyrotechnik und Waffen, selbst wenn sie in anderen EU-Staaten frei verkäuflich sein sollten. Wer erlaubte Schusswaffen und Munition einführen will, muss einen Europäischen Waffenschein besitzen. In Deutschland illegale Waffen wie Schießkugelschreiber oder Pumpguns als Reise-Souvenirs aus dem Urlaub mitzubringen, wird mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren, in schweren Fällen sogar bis zehn Jahren bestraft.

Unkluge Reise-Souvenirs aus dem Urlaub – Pyrotechnik aus Polen

Feuerwerkskörper, die als Mitbringsel aus EU-Staaten nach Deutschland gebracht werden, müssen das CE-Zulassungszeichen oder die BAM-Kennzeichnung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) aufweisen. Sonst werden sie beschlagnahmt und gegen den Besitzer wird wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz Strafanzeige gestellt.

Mitbringsel aus Nicht-EU-Staaten stärker beschränkt

Bei vielen Uhren, Schuhen oder T-Shirts, die auf Märkten im Ausland erworben werden, handelt es sich um Nachahmungen von Markenprodukten. Trotz Produktpiraterie dürfen Sie diese Artikel für den persönlichen Gebrauch einführen. Innerhalb der erlaubten Freigrenzen für Wert und Menge zahlen Sie lediglich Zollgebühren, Verbrauchssteuern und Einfuhrumsatzsteuer. Haben Sie keinen Kassenbeleg, wird der Wert vom Zoll geschätzt. Bei chinesischen Fahrrädern zahlen Sie zusätzlich fast 50 Prozent Antidumpingsteuer. Bei Verdacht auf geschäftsmäßigen oder gewerbsmäßigen Handel mit der gefälschten Ware werden die Produkte jedoch beschlagnahmt und Anzeige gestellt. Es drohen drei bis fünf Jahre Haft oder Geldstrafen.

Einfuhr von Rohdiamanten verboten

Keinesfalls als Reise-Souvenir aus dem Urlaub mitbringen dürfen Sie Rohdiamanten. Die EU hat sich verpflichtet, den „Handel“ mit sogenannten Blut- und Konfliktdiamanten zu unterbinden, mit denen Kriege in Afrika finanziert werden. Daher dürfen Rohdiamanten nur zur Durchreise in versiegelten Behältnissen mit offiziellen Kimberley-Zertifikaten von Geschäftsreisenden transportiert werden. Geschliffene Diamanten gelten als Zahlungsmittel und müssen wie Bargeld angegeben und oberhalb der Freigrenzen versteuert werden. Verheimlichen Sie die Klunker, führt das zu einem Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung.

Extravorschriften für Tiere und Tierprodukte

Wenn Sie am Strand einen getrockneten Seestern finden, dürfen Sie diesen leider nicht mit Ihren  anderen Reise-Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen. Er ist genauso nach dem „Washingtoner Artenschutzabkommen“ geschützt wie der Kaviar vom Stöhr. Arzneimittel der asiatischen Medizin und Hautcreme können ebenfalls Inhaltsstoffe enthalten, die zur Einfuhr verboten sind. Bei lebenden Tieren gibt es weitere Einschränkungen etwa für bestimmte Hunderassen, die in Deutschland als  gefährlich eingestuft sind. Bei Verstößen drohen Beschlagnahmung und Bußgeldverfahren. Es wären zwar ungewöhnliche Reise-Souvenirs: Doch selbst Kartoffeln dürfen Sie wegen der Gefahr der bakteriellen Ringfäule aus keinem Nicht-EU-Land nach Deutschland mitbringen. 

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