Personenbedingte Kündigung: Was ist das?

Montag, 25.09.2017

Kann ein Arbeitnehmer die ihm übertragenen Aufgaben auf absehbare Zeit nicht mehr ausfüllen, ist eine personenbedingte Kündigung möglich. Am häufigsten erfolgt diese krankheitsbedingt. In diesem Fall liegt also kein Eigenverschulden des Arbeitnehmers vor. 

Grundsätzlich wird im Kündigungsschutzgesetz zwischen drei wichtigen Kündigungsgründen unterschieden: betriebsbedingten, verhaltensbedingten und personenbedingten. Zu den personenbedingten Gründen zählen neben einer Krankheit zum Beispiel auch der Entzug der Arbeitserlaubnis oder die Verhängung einer Haftstrafe.

Wann ist die personenbedingte Kündigung gerechtfertigt?

Das Kündigungsschutzgesetz (für Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern) benennt vier Voraussetzungen, von denen bei einer personenbezogenen Kündigung alle erfüllt sein müssen:

  • Es ist ersichtlich, dass die Fähigkeiten und Eigenschaften des Arbeitnehmers auch in Zukunft nicht ausreichen werden, seine Aufgaben gemäß Arbeitsvertrag zu erfüllen. Zum gegenwärtigen Zustand der Nichterfüllung kommt also eine negative Zukunftsprognose.
  • Der Arbeitgeber wird durch die Nichterfüllung im jeweiligen Aufgabenbereich erheblich beeinträchtigt. Ohne die Kündigung würde es absehbar zu einem wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen kommen.
  • Die Möglichkeit der Beschäftigung auf einem anderen freien Arbeitsplatz im Unternehmen ist nicht möglich. Das kann der Fall sein, weil keine offenen Stellen bestehen oder weil sich die mangelnden Fähigkeiten auch im neuen Arbeitsumfeld negativ auswirken würden.    
  • Die Interessen des Arbeitnehmers überwiegen nicht. Einbezogen werden hier zum Beispiel die Dauer der Betriebszugehörigkeit und die bisher erbrachte Arbeitsleistung. Den Gegenpart bilden die zuvor genannten Arbeitgeber-Interessen.

Hinweis: Eine personenbedingte Kündigung aufgrund mangelnder Leistung ist oft unberechtigt. Sie könnte nur dann erfolgen, wenn auch in Zukunft keine Steigerung möglich erscheint. Anderenfalls kommt eher die verhaltensbedingte Kündigung in Betracht, was im Regelfall eine Abmahnung voraussetzt.  

Frau mit leerem Blick im Büro

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