Nachlasskosten: Diese Gebühren fallen bei einer Erbschaft an

Montag, 21.08.2017

Im Erbfall werden verschiedene Gebühren fällig: beim Nachlassgericht, beim Notar oder beim Testamentsvollstrecker. Dabei gilt grundsätzlich: Je höher das vererbte Vermögen, desto höhere Gebühren sind zu zahlen. Teilweise gelten aber auch Pauschalen.

Am niedrigsten sind die Gebühren, wenn  Sie das Erbe ausschlägt. Dann werden vom Notar für das Erstellen und die Beglaubigung des Dokuments pauschal 30 Euro fällig. Noch günstiger wird es, wenn der Verzicht direkt beim Nachlassgericht erklärt wird. Dort beträgt die Gebühr maximal 15 Euro. 

Nachlasskosten für Gericht und Notar

Während die amtliche Verwahrung eines Testaments 75 Euro kostet, müssen für die Eröffnung 100 Euro bezahlt werden. Die Entgegennahme des Nachlassinventars wird mit einer Pauschale von 40 Euro berechnet. Alle anderen Dienste, beispielsweise die Beurkundung des Testaments oder die Ernennung eines Testamentsvollstreckers, werden nach unterschiedlichen Gebührensätzen berechnet. Diese richten sich zum einen nach der Höhe des Erbes und zum anderen nach den  Gebühren laut Kostenverzeichnis (A und B des GNotKG). Der dort festgelegte volle Gebührensatz wird bei verschiedenen Tätigkeiten von Notar oder Gericht noch um Faktor x multipliziert. Forderungen von der Hälfte des Regelsatzes (0,5) sind ebenso möglich wie eine Verdopplung (2,0).

Eine Mindestgebühr gilt für fast alle Dienstleistungen von Gericht und Notar, in einzelnen Fällen auch ein Maximalbetrag. Die genauen Gebühren sind in Tabellen veröffentlicht. Im Folgenden drei Beispiele für die Spannbreite in Abhängigkeit von der Höhe des vererbten Vermögens, jeweils auf Basis des Gebührensatzes 1,0. Dieser gilt etwa für ein Einzeltestaments beim Notar und für den Antrag auf Erteilung des Erbscheins bei Gericht:

  • Erbe 500 Euro: 15 Euro Gebühr
  • Erbe 50.000 Euro: 165 Euro Gebühr
  • Erbe 5.000.000 Euro: 8.135 Euro Gebühr   

Gebühren für Nachlassverwaltung

Der Testamentsvollstrecker wird, sofern der Erblasser nichts anders bestimmt hat, nach der sogenannten „Neuen Rheinischen Tabelle“ bezahlt. Diese empfiehlt auch der Deutsche Notarverein.  Danach beträgt der Gebührensatz bei einem Nachlass von bis zu 250.000 Euro vier Prozent. Bei mehr als fünf Millionen Euro sinkt der Anteil auf 1,5 Prozent des Erbes ab. In zahlreichen Einzelfällen, vor allem bei komplexeren Vermögensfällen, werden Zuschläge erhoben. Diese können sich noch einmal bis zur gleichen Höhe wie die eigentlichen Gebühren summieren. Auch eine Abrechnung nach Aufwand ist möglich. Dafür sollten Sie mit Stundenpreisen bis etwa 200 Euro rechnen. 

Symbolbild mit Geldscheinen und Richterhammer

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21.08.2017 10:25
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