Muss ich eine Zwischenmiete versteuern?

Mittwoch, 05.04.2017

Wenn Sie Ihre Wohnung zum Beispiel während eines Auslandsaufenthaltes temporär vermieten, werden Sie automatisch vom Mieter zum Vermieter. Und mit den Einnahmen aus der Zwischenmiete kommen auch die Pflichten. Denn wer am Fiskus vorbei wirtschaftet, riskiert hohe Strafen. 

Gründe, die gemietete Wohnung befristet anderen zu überlassen, ergeben sich immer wieder. Warum sollten die Räume während der langen Urlaubs-Auszeit oder des Arbeitsprojekts in der Ferne auch monatelang leer stehen? Für den Mieter bietet die Zwischenanmietung oft eine günstige Alternative zum Hotel. Für Sie als Neu-Vermieter sind es erfreuliche Zusatzeinnahmen. Aber Vorsicht: Auch das Finanzamt will seinen Anteil. Die Einnahmen gehören in Anlage V Ihrer Steuererklärung, also zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.   

Wann müssen Sie Steuern auf die Zwischenmiete zahlen?

Erzielen Sie Einkünfte aus einer Zwischenvermietung, kommen Sie an der Erstellung einer Einkommensteuererklärung kaum vorbei. Lediglich eine Unterschreitung der Freigrenzen könnte diese Pflicht aussetzen. So entfallen die Angaben, wenn Ihre Gesamteinkünfte im Jahr unter dem steuerlichen Grundfreibetrag von derzeit 8.652 Euro bleiben. Selbiges gilt für reine Mieteinnahmen unter 520 Euro.

Wie viele Steuern müssen Sie auf die Zwischenmiete zahlen?   

Die Versteuerung der Einnahmen bedeutet noch lange nicht, dass das Finanzamt Geld bekommt. Versteuert wird letztlich nur der Gewinn, Kosten im Zusammenhang mit der Vermietung können Sie also geltend machen. Nicht zuletzt ist dabei Ihre eigene Mietzahlung ein großer Posten, der den Gewinn drückt. Sind Einnahmen und Ausgaben identisch, entfällt die Steuerpflicht. Übersteigen Ihre Ausgaben die Einnahmen, wirkt sich das sogar steuermindernd aus.

Was ist mit der Umsatzsteuer?

Kurzfristige Vermietungen sind umsatzsteuerpflichtig. Eine Befreiung ist möglich, wenn Sie als Kleinunternehmer gelten, also im Vorjahr brutto unter 17.500 Euro umgesetzt haben und auch keine relevante Steigerung erwarten.

Hinweis: Ihr Vermieter muss der Zwischenvermietung zustimmen, sollte also in jedem Fall informiert werden. Sie bleiben für ihn der verantwortliche Ansprechpartner – und müssen daher auch während Ihrer Abwesenheit erreichbar sein. Anspruch auf einen Teil der Einnahmen hat der Vermieter jedoch nicht. Wie viel Sie aus der Zwischenvermietung erlösen, spielt dabei keine Rolle.  

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