Mietminderung durchsetzen – unsere Tipps

Dienstag, 16.05.2017

Kommt es zu Schäden am Mietobjekt, die Sie als Mieter nicht selbst verursacht haben, ist der Vermieter zur Beseitigung der Mängel verpflichtet. Reagiert er nicht, können Sie sich zur Wehr setzen. Die Mietminderung ist dafür ein geeignetes Mittel, will aber wohl durchdacht sein. 

Jenseits aller juristischen Überlegungen gilt es, die Maßnahmen gut abzuwägen. Denn einerseits sollten Sie darauf bestehen, dass der Schaden schnell behoben wird. Andererseits ist es wichtig, verhältnismäßig zu reagieren. Schießen Sie mit der Mietminderung übers Ziel hinaus, droht Ihnen im schlimmsten Fall die fristlose Kündigung.     

Mietminderung – Benachrichtigung des Vermieters

Der erste Schritt ist, den Vermieter vom Schaden in Kenntnis zu setzen. Diese Mitteilung sollte schriftlich und per Einschreiben erfolgen. Das unterstreicht die Dringlichkeit und sorgt zugleich für den notwendigen Beleg im Streitfall. Ein zusätzlicher Anruf kann hilfreich sein, gerade wenn Eile geboten ist.

Dringlichkeit belegen

Reagiert der Vermieter nicht auf Ihre Aufforderung, weisen Sie erneut auf die Dringlichkeit Ihres Anliegens hin. Diese wird je nach Mangel unterschiedlich sein. Ist im Winter die Heizung defekt, können Sie innerhalb eines Tages Abhilfe verlangen. Bei einer defekten Steckdose sind Fristen von 14 Tagen bis drei Monaten eher üblich.

Welche Mängel eine Mietminderung generell rechtfertigen, ist nicht immer eindeutig. Holen Sie sich dazu Rat, zum Beispiel beim Mieterverein. Neben erheblichen Sachmängeln zählen aber auch sogenannte Rechtsmängel zu den Gründen – also zum Beispiel die ungerechtfertigte Verweigerung einer Untervermietung. Auch dauerhafte Lärm- und Geruchsbelästigungen können Gründe sein. 

Der Mieterverein wird Sie auch zur Höhe der Mietminderung beraten. Auch hier gilt: das richtige Maß wahren. Ist die Wohnung unbewohnbar, sind 100 Prozent Mietminderung angemessen. Bei Baulärm sind 25 Prozent, jeweils von der Bruttowarmmiete, wahrscheinlich schon viel.

Eine Orientierung, aber keine Garantie, bieten zudem Mietminderungstabellen im Internet.

Wenn sonst nichts mehr hilft     

Im Notfall: Beauftragen Sie die Handwerker selbst und ziehen Sie die Rechnung von der Miete ab. Reichen die Mittel dafür nicht, können Sie den Vermieter auf Vorschusszahlung verklagen.   

Hinweis: Zahlen Sie trotz Mängeln weiter volle Miete? Dann teilen Sie dem Vermieter mit, dass die Zahlung unter Vorbehalt erfolgt. Das ermöglicht spätere Rückforderungen. 

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