Lenßens Tipp: Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?

Montag, 14.09.2015 Ingo Lenßen

„Zur Baufinanzierung meiner Doppelhaushälfte habe ich vor einigen Jahren einen Kredit aufgenommen. Nun ist vor kurzem meine Tante gestorben und hat mir etwas Geld vermacht. Deshalb wollte ich jetzt eigentlich die restliche, noch ausstehende Summe komplett an die Bank zurückbezahlen, obwohl der Darlehensvertrag noch einige Jahre läuft. Die Bank scheint sich jedoch nicht über das zurück erhaltene Geld zu freuen: Sie fordert von mir nun mehrere Tausend Euro „Vorfälligkeitsentschädigung“. Was ist das?“

Wenn Sie aus einer Baufinanzierung vor dem Ablauf der vereinbarten Zinsbindung aussteigen, hat Ihre Bank tatsächlich einen Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung. Der Grund: Als Gegenleistung für einen Kredit erhält die Bank über mehrere Jahre hinweg von Ihnen Zinsen. Dieses Geschäft rentiert sich für die Bank aber nur, wenn die Zinsbindung lange genug andauert! Wenn Sie nun früher als vereinbart den Vertrag auflösen, verliert die Bank dadurch mehrere Jahre Zinsgewinne und darf sich deshalb für die entgangenen Einkünfte entschädigen lassen.

Hochkompliziert

Die Berechnung der Höhe von Vorfälligkeitsentschädigungen ist jedoch kompliziert. Eine solche Forderung sollten Sie daher keinesfalls einfach blind akzeptieren, sondern auf jeden Fall von einem Experten, z.B. einem unabhängigen Banker oder einem Rechtsanwalt, überprüfen lassen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

BGH Urt. v. 17.01.2013 - XI ZR 512/11

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