Lenßens Tipp: Darf ich meiner Tochter erlauben, einen Ferienjob zu machen?

Montag, 22.06.2015 Ingo Lenßen

„Meine 15-jährige Tochter wünscht sich teure Markenklamotten und ein neues Smartphone. Aber weil ich ihr diese Wünsche nicht so bald erfüllen kann, plant sie jetzt, in den Sommerferien zu jobben, damit sie selbst etwas dazulegen kann. Ich würde ihr das schon erlauben, weiß aber nicht, was dabei zu beachten ist!“

Zu aller erst ist wichtig: Jobs mit Wochenend- oder Nachtarbeit sind für Jugendliche unter 18 Jahren nicht genehmigt! Ebenso wenig dürfen schwere Lasten geschleppt oder gefährliche Arbeiten ausgeführt werden. Und Kinder, die jünger sind als 13 Jahre, dürfen in den Ferien gar nicht arbeiten. Das verbietet das Jugendarbeitsschutzgesetz. 

13 bis 15 -Jährige

Wer aber schon zwischen 13 und 15 Jahre alt ist, kann leichte Jobs annehmen: z. B. Babysitten, Zeitungen austragen, Einkäufe erledigen. Zwei Stunden Arbeit pro Tag an fünf Tagen der Woche sind aber maximal erlaubt. 

16-jährige Schüler

Ist das 15. Lebensjahr bereits vollendet, können die Kiddies richtig loslegen. Jugendliche, die noch zur Schule gehen, dürfen dann maximal vier Wochen im Jahr arbeiten. Die Arbeitszeit ist dabei auf 40 Wochenstunden und auf bis zu acht Stunden täglich begrenzt. Ausnahmen gibt es in der Landwirtschaft, der Gastronomie und in Altersheimen oder Krankenhäusern. Für diese Altersgruppe gilt allerdings zusätzlich: Um spätestens 20 Uhr ist Feierabend!

Über 16 Jahre

Wer 16 Jahre oder älter ist, darf länger arbeiten. Wenn er will, kann er schon um 5.00 Uhr morgens beginnen und bis 21.00 Uhr abends arbeiten. Bei Jobs in Gaststätten sogar bis 22.00 Uhr. Wer in der Landwirtschaft jobbt, dem sind zur Erntezeit neun statt acht täglichen Arbeitsstunden erlaubt. Aber mal im Ernst: Das wird nicht besser bezahlt als ein Job im Supermarkt und ist mit Sicherheit ein ganz ordentlicher Knochenjob.

18-jährige Schüler

Volljährige Schüler gelten als Erwachsene und dürfen bis zu 50 Tage im Jahr oder zwei Monate am Stück arbeiten. Alles, was darüber hinausgeht, gilt allerdings nicht mehr als Ferienjob.

Kontrolle ist besser

Als Eltern einer 15-jährigen Tochter würde ich mir den Betrieb, in dem sie jobbt, stichprobenweise ansehen und darauf achten, dass z. B. die vorgeschriebenen Pausen eingehalten werden. Bei einer Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden stehen dem Jugendlichen nämlich 30 Minuten, bei mehr als 6 Stunden täglicher Arbeitszeit 60 Minuten Ruhepause zu.

Mädchen im Coffee-Shop

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22.06.2015 09:40
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