Lenßens Tipp: Unterhalt kann nur ein Jahr lang geltend gemacht werden

Freitag, 29.04.2016 Ingo Lenßen

„Ich habe gegen meinen Vater wegen Unterhaltsforderungen  geklagt und auch gewonnen. Jetzt habe ich einen vollstreckbaren Titel gegen ihn! Im Moment brauche ich das Geld aber nicht unbedingt - könnte ich dann nicht einfach mit der Zwangsvollstreckung etwas warten und erst dann das Geld einfordern, wenn ich es wirklich brauche?“

Das sollten Sie auf keinen Fall machen! Wenn Sie bewusst längere Zeit mit der Vollstreckung warten, könnten Sie gehörige Probleme bekommen! Denn auch wenn normalerweise ein Titel 30 Jahre lang gültig ist, können Ansprüche verfallen!!!

Anspruch verwirkt

So ist es z.B. einer jungen Frau ergangen, die ebenfalls einen Titel gegen ihren Vater hatte, auch sie brauchte das Geld nicht unbedingt und hob sich den Titel „für schlechtere Zeiten“ auf. Als sie dann jedoch nach acht Jahren die ihr eigentlich zustehenden 15.000 Euro haben wollte, musste der Vater diese nicht mehr zahlen - denn der Unterhalt ist für den täglichen Lebensunterhalt gedacht. Es soll und darf keine Finanzspritze sein, die man sich irgendwann einmal auszahlen lässt, außerdem dürfen sich die Ansprüche auch nicht zu einer extremen Schuldenlast für den zu Zahlenden anhäufen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Jena Beschl. v. 17.1.2012, 2 UF 385/11

Rosa Sparschwein mit Punkten

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29.04.2016 11:13
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