Lenßens Tipp: Schimmel an den Wänden wegen falscher Farbe

Dienstag, 26.07.2016 Ingo Lenßen

„Wir haben vor acht Jahren unsere Wände gestrichen. Die weiße Farbe dazu hatten wir damals im Baumarkt gekauft und uns dort auch beraten lassen. Nun hat uns aber ein befreundeter Architekt gesagt, dass diese Farbe nicht für Innenwände geeignet wäre, da sie luftundurchlässig sei. Deshalb wäre sie schimmelfördernd. Wir haben zwar noch keinen Schimmel, trotzdem wollen wir die Farbe entfernen lassen und neu streichen. Können wir die 3.000 Euro dafür vom Baumarkt zurückverlangen? Schließlich hatte der uns ja damals ev. falsch beraten!“

Nein, das können Sie nicht. Denn da bisher noch kein Schimmel da ist, ist es sehr zweifelhaft, ob der Baumarkt tatsächlich irgendeine Pflicht verletzt hat, die einen Schadensersatz begründen würde. Und selbst wenn sich bereits Schimmel gebildet hätte, müssten Sie erst nachweisen, dass man Ihnen damals tatsächlich ganz bewusst luftundurchlässige Farbe verkauft hat, die nicht für den Innenbereich geeignet gewesen war. Dann wäre die Beratung tatsächlich falsch gewesen und Sie hätten eventuell einen Anspruch. 

Produktinfos sind ausschlaggebend

Stand jedoch in der Produktinformation, dass die Farbe „diffusionsoffen“ - also wasserdampf- und atmungsaktiv - war, hätte der Baumarkt keine fahrlässige Pflichtverletzung begangen, da er sich auf die Produktinformation des Herstellers verlassen durfte.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AG München Urt. v. 21.5.2015, 432 C 7911/15 

Schimmel an der Wand

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26.07.2016 11:27
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